Linz an der Donau mit Nibelungenbrücke, Hauptplatz und Altstadt von oben gesehen. Die Altstadt ist der historische Kern der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz. Um das Jahr 800 wurde der Traungau Teil des von Karl d. Großen geschaffenen Ostlandes an der Donau. Während der Herrschaft der Karolinger erfüllte Linz Markt- und Zollaufgaben. Um 1000 wurde am Fußes des Ostabhanges des Schlossberges eine Siedlung um einen dreieckförmigen Marktplatz , dem sogenannten Alten Markt, errichtet.

Linz Altstadt
Lintz / Lentia

Diß ist die Hauptstatt in Ober-Oesterreich oder Land ob der Ens. Nicht groß aber lustig und wol erbauet, und an der Thonau gelegen. Darüber ein lange höltzerne Bruck zu einer Vorstatt gehet. Es hat in der Statt einen schönen langen und grossen Platz und in der Höhe  gegen der Thonau hin ein ansehnlich Käiserlich Schloß mit zweyen Stöcken und Höfen darinn der Herr Lands-Hauptmann wohnet. Die Pfarr-Kirch ist zimlich groß und wol zu sehen. Ausser der Statt haben die Capuciner ein wolerbautes Closter und schönen Garten.

Besiehe Aventinum lib. 7. das Itinerarium Germaniae part. 1. fol. 151. seq. und die Relationen.

Ein vom Verein Altstadt neu und den tp3 Architekten konzipierter Lichtbrunnen. Die Skulptur erhebt sich auf eine Höhe von ca. 8,5 Metern und ruht auf einem flachen, runden Sockel. Der Standort ist der ehemalige Standort des Wasserbrunnens am Hofberg. Photovoltaik-Paneele speichern das Licht am Tages und geben es in der Nacht wieder ab.

Markuslöwe am ehemaligen Losensteiner Freihaus in Linz an der Donau
Markuslöwe am ehemaligen Losensteiner Freihaus in Linz

Ein aufrechter geflügelter Löwe mit aufgeschlagenem Buch in den Vorderpranken, der die Kante eines Quaders auf einer Gesimsplatte am ehemaligen Losensteiner Freihaus an der Ecke Altstadt und Hofgasse in Linz einnimmt. Der Markuslöwe ist das Symbol für den Evangelisten Markus. Der Markuslöwe war das Wappentier der Seerepublik Venedig, wo die Reliquien des Evangelisten Markus aufbewahrt sind.

Losensteiner Haus in der Altstadt von Linz
Losensteiner Haus Linz

Das Haus an der Ecke von Altstadt und Hofgasse in Linz hat zwei Hausnummern, Altstadt Nr. 2 und Hofgasse Nr. 17. Dietmar V. von Losenstein, der 1571 von Kaiser Maximilian II zum Landeshauptmann von Oberösterreich ernannt wurde, nachdem er 1564 kaiserlicher Rat von Kaiser Ferdinand I. wurde, hat die zwei benachbarten Häuser 1573 gekauft und zu einem umgebaut. Kaiser Ferdinand I. hat am 26. Mai 1521, also vor 500 Jahren, als 18-jähriger die damals 17-jährige Anna von Ungarn und Böhmen in Linz in der Stadtpfarrkirche geheiratet. Die Trauung nahm der Salzburger Fürsterzbischof Matthäus Lang von Wellenburg vor. Am Tag vorher wurde ein Ritter Turnier abgehalten.

Warum nahm der Salzburger Fürsterzbischof die Trauung vor?

Fürsterzbischof Matthäus Lang von Wellenburg, ein fanatischer Verfolger evangelischer Christen, wurde 1494 Sekretär im Dienst König Maximilians I. in Wien und 1510 Bischof im spanischen Cartagena. Er nahm 1519 entscheidenden Einfluss auf die Wahl von Karl V., dem älteren Bruder von Ferdinand I. zum römisch-deutschen König. Ferdinand I., der in Spanien auf wuchs, beruft 1550 den Jesuitenorden, der sich der „Rettung der Seelen“ verschrieben hatte, nach Wien, nachdem die Reformation Martin Luthers in den Habsburgischen Ländern und insbesondere in Wien auf fruchtbaren Boden gefallen war.

Was hat die Familie Losenstein mit Ferdinand´s Hochzeit zu tun?

Sebastian von Losenstein, Sohn von Wilhelm von Losenstein, gilt als Held des “Losensteiner Turniers”, das im Rahmen der Linzer Hochzeit am 25. Mai 1521 stattgefunden haben soll.  Er stammte aus einem der “Apostelgeschlechter des Herzogtums Österreich. Ein Apostelgeschlecht ist ein Adelsgeschlecht, das zur Zeit der Babenberger (976–1246) schon ansässig war. Ferdinand, der Bräutigam, ist in Spanien aufgewachsen. Ein spanischer Ritter aus dem Gefolge von Ferdinand soll begonnen haben, die “österreichischen” Ritter zu schmähen. Daraufhin soll Sebastian von Losenstein den spanischen Ritter herausgefordert und den Kampf für sich entschieden haben.

Was ist ein Freihaus?

Als Freihaus wurden Häuser bezeichnet, die innerhalb der Mauern einer Stadt lagen, aber rechtlich landesunmittelbar waren. Das heißt sie hatten ihren Gerichtsstand vor dem Landgericht. Durch diesen Umstand waren sie von den städtischen Steuern und weiteren wie Lasten, wie z.B. Einquartierung und Wachtpflichten, befreit. Freihäuser wurden häufig als landesherrliche Lehen vergeben. Neben dem Adel verfügten häufig auch kirchliche Institutionen über solchen privilegierten städtischen Hausbesitz.

Begrenzung der Zahl der Freihäuser?

Die Besteuerung der innerhalb des Burgfriedens gelegenen Liegenschaften waren eine wichtige Einnahmequelle einer Stadt im Mittelalter. Ausgenommen waren die Häuser des Landesfürsten, des Adels, der Geistlichkeit und der Universität. Die Stadt war bemüht, die Zahl der Freihäuser zu begrenzen. 1552 schloß Wien mit den landständischen Kurien der Herren, der Ritter und der Prälaten einen Vertrag, worin die Zahl der Freihäuser mit 120 der rund 1.200 Gebäude limitiert wurde. Dennoch kam es immer wieder zu Ausnahmegenehmigungen.

Mozart in Linz

Gasthaus Kiener in Linz, in dem Mozart übernachtete
Ehemaliges Gasthaus Kiener am Hofberg, wo Mozart übernachtete

In diesem Hause an der Ecke Hofburg Hofgasse wohnte Wolfgang Amadeus Mozart im Oktober 1762, steht auf einer Gedenktafel. Auf hakenförmiger Grundfläche mit abgeschrägter 3-achsiger Baukante entstanden Ende des 15. Anfang des 16. Jahrhunderts zwei Häuser, die in der Renaissance, in der 2. Hälfte des 16. Jht/Anfang 17. Jht. baulich zu einem mächtige Eckhaus vereint wurden. Ab 1660 war in dem Haus ein Gasthaus untergebracht. Wolfgang Amadeus Mozart kam erstmals, als 6-jähriger, 1762 nach Linz. Während dieses achttägigen Aufenthalts vom 26. September bis 4. Oktober gab er ein Konzert im Rathaus. 

Das Schloss Linz ist auf einem schmalen steil zur Donau abfallenden Ausläufer des Freinberges nordwestlich über der Altstadt gelegen. Seit dem 2. Jahrhundert vor Christus gab es eine Siedlungszone, seit dem 11. Jahrhundert gibt es eine Burg auf dem Schlossberg, die ab dem 13. Jahrhundert zeitweilig als Residenz des Wiener Hofes genutzt wurde. 1800 gab es einen Brand, der sich über eine Holzstiege auf die Stadt ausbreitete. Heute ist das Gebäude Schlossmuseum der oberösterreichischen Landesmuseen.

Top