Etappe 1 Donau Radweg von Passau nach Schlögen

In Passau an der Donau angekommen sind wir von Passaus Altstadt überwältigt. Dafür möchten wir uns aber ein anderes Mal ausreichend Zeit nehmen.

Die Altstadt von Passau
Die Altstadt von Passau

Donauradweg im Herbst

Diesmal ist es der Radweg und die umgebende Donau Landschaft, die wir mit allen Sinnen bewusst erleben und geniessen möchten. Der Donauradweg gehört zu den beliebtesten internationalen Radrouten. Reich an Kultur und vielfältiger Landschaft ist der Abschnitt von Passau nach Wien eine der meist befahrenen Strecken.

Goldener Herbst am Radweg entlang der Donau
Goldener Herbst am Radweg entlang der Donau

Es ist Herbst, goldener Herbst, nur mehr wenige Radfahrer sind unterwegs. Die Sommerhitze ist vorbei, ideal um im eigenen Rhythmus entspannt dahinradeln zu können.

In Passau beginnt unsere Donau Radweg Tour

In Passau beginnen wir die Radtour. Auf geliehenen Tourenrädern und mit einem kleinen Rucksack auf dem Rücken sind wir unterwegs. Für eine Woche braucht man nicht viel, sodass wir uns mit leichtem Gepäck unbeschwert bewegen können.

Der Rathausturm in Passau
Am Rathausplatz in Passau beginnen wir den Donauradweg Passau-Wien

Der Donau Radweg von Passau nach Wien führt jeweils entlang dem Nord- als auch dem Südufer der Donau. Man kann immer wieder neu wählen und von Zeit zu Zeit die Uferseite mittels Fähre oder über Brücken wechseln.

Die Veste Niederhaus von der Prinzregent Luitpoldbrücke aus
Die Passauer Veste Niederhaus von der Prinzregent Luitpoldbrücke aus

Noch ein Blick auf die „Vesten Ober- und Niederhaus“, ehemaliger Sitz der Passauer Bischöfe, (heute Stadt- und ein Mittelaltermuseum und Privatbesitz), dann überquert man die Luitpoldbrücke in Passau.

Prinzregent Luitpold Brücke in Passau
Die Prinzregent Luitpold Brücke über die Donau in Passau

Parallel zur Autostrasse geht es dem Nordufer entlang auf einem Radweg. Etwas stärker befahren und laut ist dieser Weg zu Beginn. Er führt uns weiter auf bayrischem Gebiet über Erlau bis Obernzell. Danach geniessen wir in der Ebene einen Radweg in idyllischer Landschaft mit Blick aufs andere Donauufer, nach Oberösterreich.

Donauradweg bei Pyrawang
Donauradweg bei Pyrawang

Der Jochenstein, eine Insel in der Donau

Der Jochenstein ist eine kleine Felseninsel, die etwa 9 m hoch aus der Donau ragt. Hier verläuft auch die Deutsch-Österreichische Staatsgrenze.
Eine entspannende Rast, mit einem Besuch im Naturerlebniszentrum Haus am Strom in Jochenstein, tut gut.

Jochenstein, eine Felsinsel in der Donau
Bildstock am Jochenstein, einer Felsinsel in der oberen Donau

Es kann empfehlenswert sein die erste Etappe auf dem ruhigerem Südufer zu beginnen und erst in Jochenstein über das Kraftwerk (ganzjährig von 6 Uhr bis 22 Uhr, Schiebehilfen für Fahrräder gibt es neben den Treppen auf die Brücke) die Donau zu überqueren. 

Übergang am Kraftwerk Jochenstein
Über die Donau auf dem Kraftwerk Jochenstein

Ab Jochenstein ist der Radweg für den Autoverkehr gesperrt und wunderbar ruhig zu befahren.

Schlögener Schlinge

 Naturwunder

Sollten Sie doch lieber an dem Donau Südufer weiterfahren wollen, dann lohnt sich ein Besuch in Engelhartszell mit dem einzigen Trappisten Kloster im deutschsprachigen Raum.

Stiftskirche Engelszell
Stiftskirche Engelszell

Von Engehartszell bringt eine Donau Fähre die Radler wieder ans Nordufer. Bald erreichen Sie Niederranna (Donaubrücke), wo ein alteingesessener Bootsbauer Zillenfahrten anbietet. Oder wir radeln gemütlich der Donau entlang weiter bis wir die Fähre erreichen, welche uns nach Schlögen übersetzt. 

Die Radfähre Au am Donauradweg R1
Die Radfähre Au am Donauradweg R1

Der Donau Radweg ist nun am nordseitigen Ufer unterbrochen. Umgeben von bewaldeten Uferhängen bahnt sich die Donau ihren Weg und ändert zwei Mal in der Schlögener Schlinge ihre Richtung. Einzigartig ist die Donau Schlinge als Europas grösster Zwangsmäander. Eine 30-minütige Wanderung führt zu einer Aussichtsplattform. Von hier aus eröffnet sich ein sensationeller Blick auf die Donau, ein einzigartiges Naturschauspiel – die Schlögener Schlinge.

Die Schlögener Schlinge der Donau
Die Schlögener Schlinge der Donau

Die Donauschlinge Schlögen wurde 2008 zum “Naturwunder Oberösterreich´s” ernannt.

Passau liegt an der Grenze zu Österreich am Zusammenfluß von Donau und Inn. Das Bistum Passau wurde 739 von Bonifatius gegründet und entwickelte sich während des Mittelalters zum größten Bistum des Heiligen Römischen Reichs, wobei der größte Teil des Passauer Bistums entlang der Donau über Wien hinaus bis in den Westen Ungarns, ursprünglich in der bayrischen Ostmark und ab 1156, nachdem Kaiser Friedrich Barbarossa Österreich von Bayern trennte und zu einem eigenständigen, von Bayern lehensrechtlich getrennten, Herzogtum erhob, im Herzogtum Österreich gelegen war.

Kirche St.-Michael und Gymnasium Leopoldinum in Passau
Kirche St.-Michael und Gymnasium Leopoldinum in Passau

Die Altstadt von Passau liegt auf einer langgestreckten Halbinsel zwischen Donau und Inn. Beim Überqueren des Inn werfen wir von der Marienbrücke einen Blick zurück auf die ehemalige Jesuitenkirche St. Michael und das heutige Gymnasium Leopoldinum am Innufer der Altstadt von Passau.

Gebäude der ehemaligen Innstadt Brauerei
Der Donauradweg in Passau vor dem denkmalgeschützten Gebäude der ehemaligen Innstadt Brauerei.

Nach Überqueren der Marienbrücke in Passau verläuft der Donauradweg anfänglich zwischen den Geleisen der stillgelegten Innstadtbahn und den denkmalgeschützten Gebäuden der ehemaligen Innstadt Brauerei.

Sehenswürdigkeiten 1. Etappe Donauradweg

Auf der 1. Etappe des Donauradweges Passau-Wien zwischen Passau und Schlögen gibt es folgende Sehenswürdigkeiten:

1. Wasserschloß Obernzell 

2. Stiftskirche Engelszell 

3. Römerburgus Oberranna

4. Schlögener Schlinge 

Schloß Obernzell

Vom Südufer aus sehen wir das Schloß Obernzell am Nordufer. Mit der Fähre Obernzell nähern wir uns dem ehemals fürstbischöflichen gotischen Wasserschloss, das direkt am linken Donauufer gelegen ist. Obernzell liegt etwa zwanzig Kilometer östlich von Passau im Landkreis Passau.

Schloß Obernzell
Schloß Obernzell an der Donau

Schloss Obernzell ist ein mächtiger viergeschossiger Bau mit Krüppelwalmdach am linken Donauufer. In den Jahren 1581 bis 1583 begann der Passauer Bischof Georg von Hohenlohe den Bau einer gotischen Wasserburg, die von Fürstbischof Urban von Trennbach zu einem repräsentativen Renaissance-Schloss umgebaut wurde.

Türumrahmung im Schloß Oberzell aus 1582
Geschnitzte hölzerne Umrahmung der Tür zum Rittersaal, bezeichnet mit 1582

 Das Schloss, die „Veste in der Zell“, war bis zur Säkularisation 1803/1806 Sitz bischöflicher Pfleger. Danach übernahm das Land Bayern das Bauwerk und machte es als Keramikmuseum der Öffentlichkeit zugänglich.

Der Eingang zum Schloss Obernzell
Der Eingang zum Schloss Obernzell

Im ersten Obergeschoss von Schloß Obernzell befindet sich eine spätgotische Kapelle mit zum Teil erhaltenen Wandmalereien. 

Wandmalerei im Schloss Obernzell
Wandmalerei im Schloss Obernzell

Im zweiten Obergeschoss von Schloß Obernzell befindet sich der Rittersaal, der die ganze zur Donau gerichtete Südfront des zweiten Obergeschosses einnimmt. 

Der Rittersaal mit Kassettendecke im Schloss Obernzell
Der Rittersaal mit Kassettendecke im Schloss Obernzell

Bevor wir nach dem Besuch von Schloß Obernzell wieder mit der Fähre ans Südufer zurückkehren, wo wir unsere Fahrt am Donauradweg Passau-Wien in idyllischer Landschaft bis Jochenstein fortsetzen, machen wir in der Marktgemeinde Obernzell noch einen kurzen Abstecher zu der barocken, zweitürmigen Pfarrkirche, in der es ein Bild von Marias Aufnahme in den Himmel von Paul Troger gibt.

Pfarrkirche Obernzell
Die Pfarrkirche St. Maria Himmelfahrt in Obernzell

Donaukraftwerk Jochenstein

Das Kraftwerk Jochenstein ist ein Laufwasserkraftwerk in der Donau an der deutsch-österreichischen Grenze, das seinen Namen vom nahen Felsen Jochenstein ableitet. Die beweglichen Elemente des Stauwehrs sind nahe dem österreichischen Ufer angeordnet, das Krafthaus mit den Turbinen in der Flussmitte beim Felsen Jochenstein, während die Schiffsschleuse auf der linken, der bayerischen Seite liegt.

Das Donaukraftwerk Jochenstein
Das Donaukraftwerk Jochenstein

Das Kraftwerk Jochenstein wurde 1955 nach einem Entwurf des Architekten Roderich Fick erbauten. Adolf Hitler zeigte sich von dem regionaltypisch-konservativen Baustil Roderich Ficks so angetan, dass er unter anderem in seiner Heimatstadt Linz in den Jahren 1940 – 1943 die beiden Brückenkopfgebäude als Teil der geplanten Monumentalgestaltung des Linzer Donauufers nach Plänen von Roderich Fick bauen ließ.

Engelhartszell

Sollten Sie doch lieber am Donau Südufer weiterfahren wollen, dann lohnt sich ein Besuch in Engelhartszell mit dem einzigen Trappisten Kloster im deutschsprachigen Raum. Sehenswert ist die Stiftskirche Engelszell, denn die zwischen 1754 und 1764 erbaute Stiftskirche Engelszell ist eine Rokokokirche. Rokoko ist ein Stil der Innenarchitektur, der dekorativen Kunst, der Malerei, der Architektur und der Bildhauerei, der im frühen 18. Jahrhundert in Paris entstand und später in anderen Ländern, vor allem in Deutschland und Österreich, übernommen wurde. 

Rokoko zeichnet sich durch Leichtigkeit, Eleganz und eine überschwängliche Verwendung von geschwungenen natürlichen Formen in der Ornamentik aus. Das Wort Rokoko leitet sich vom französischen Wort rocaille ab, das die muschelbedeckten Felsen bezeichnete, mit denen künstliche Grotten geschmückt wurden.

Der Rokoko-Stil war zunächst eine Reaktion auf die schwerfällige Gestaltung des Versailler Schlosses von Ludwig XIV. und die offizielle Barockkunst seiner Herrschaft. Mehrere Innenarchitekten, Maler und Graveure entwickelten einen leichteren und intimeren Dekorationsstil für die neuen Residenzen des Adels in Paris. 

Im Rokokostil wurden Wände, Decken und Gesimse mit zarten Verflechtungen von Kurven und Gegenkurven, die auf den Grundformen des “C” und des “S” basieren, sowie mit Muschelformen und anderen natürlichen Formen verziert. Asymmetrisches Design war die Regel. Helle Pastelltöne, Elfenbeinweiß und Gold waren die vorherrschenden Farben, und die Dekorateure des Rokoko setzten häufig Spiegel ein, um das Gefühl des offenen Raums zu verstärken.

Von Frankreich aus verbreitete sich der Rokoko-Stil in den 1730er Jahren in den katholischen deutschsprachigen Ländern, wo er zu einem brillanten Stil der religiösen Architektur adaptiert wurde, der französische Eleganz mit süddeutscher Fantasie sowie mit einem anhaltenden barocken Interesse an dramatischen räumlichen und plastischen Effekten verband.

Von der Stiftsstraße in Engelhartszell führt eine Allee auf den 76 Meter hohen, weithin sichtbaren Turm der Einturmfassade mit hohem Eingangsportal an der Westseite der Stiftskirche Engelszell zu, das von dem österreichischen Bildhauer Joseph Deutschmann erbaut wurde. Der Innenraum ist durch das Portal im Stile des Rokoko erschlossen. Das Chorgestühl, das mit goldgefasstem Muschelwerk und Reliefs beschnitzt ist und die Muschelnischen an den Chorfenstern, in denen feingliedrige Jünglingsfiguren der Erzengel Michael, Raphael und Gabriel stehen, wurde auch von Joseph Deutschmann geschaffen ebenso wie die Ornamentschnitzereien an der Emporenbrüstung im Bereich des Chores. 

Die Stiftskirche Engelszell verfügt über einen Hochaltar mit weißen Stuckornamenten und einer marmorierten Fassung in Rosa und Braun sowie 6 braun marmorierte Seitenaltäre. Von 1768–1770 wurde von Franz Xaver Krismann für die Stiftskirche Engelszell eine große Orgel erbaut. Nach der Aufhebung des Stiftes Engelszell 1788 wurde die Orgel in den Alten Dom von Linz transferiert, wo Anton Bruckner als Organist spielte.

Von Engehartszell haben Sie die Möglichkeit mit einer Radfähre wieder ans Nordufer, nach Kramesau, zu gelangen, die durchgehend von Mitte April bis Mitte Oktober ohne Wartezeiten verkehrt. Wenn Sie auf der Nordseite am Donauradweg Passau-Wien weiterfahren, erreichen Sie bald Niederranna, wo es eine Donaubrücke gibt.

Römerkastell Stanacum

Wenn Sie jedoch etwas historisch interessiert sind, dann sollten Sie am rechten Ufer bleiben, denn ebenfalls auf dem Gebiet der Marktgemeinde Engelhartszell, etwas flußabwärts vom Stift Engelszell im Ortsteil Oberranna, liegt das Römerkastell Stanacum, eine Kleinfestung, ein Quadriburgus, ein nahezu quadratisches Militärlager mit 4 Ecktürmen, das wahrscheinlich aus dem 4. Jahrhundert stammt. Von den Türmen aus konnte man über eine weite Strecke den Flussverkehr der Donau überwachen und das gegenüber einmündende Rannatal überblicken.

Der Quadriburgus Stanacum war Bestandteil der Festungskette des Donaulimes in der Provinz Noricum, direkt an der Limesstraße. Seit 2021 ist der Burgus Oberranna Bestandteil des zum UNESCO-Weltkulturerbe erhobenen Donaulimes an der via iuxta Danuvium, der römischen Militär- und Fernstraße entlang dem Südufer der Donau, deren Verlauf heute im oberen Donautal die Nibelungenstraße, die Bundesstraße 130, am rechten Donauufer folgt.

Den Römerburgus Oberranna, das am besten erhaltene römische Bauwerk Oberösterreichs, können Sie in dem weithin sichtbaren Hallenschutzbau in Oberranna an der Donau täglich von April bis Oktober besichtigen.

Ein bißchen flußabwärts von Oberranna gibt es eine weitere Möglichkeit auf die Nordseite der Donau zu gelangen, die Donaubrücke Niederranna. Auf der Nordseite flußabwärts radelnd kommen wir in Freizell bei Gerald Witti vorbei, einem alteingesessenen Bootsbauer, der Zillenfahrten auf der Donau anbietet. Wenn wir einfach gemütlich an der Nordseite der Donau weiter entlang radeln, kommen wir nach Au, das sich auf der Innenseite der Flussschlinge befindet, die die Donau bei Schlögen macht. Von Au haben wir die Möglichkeit mit der Querfähre nach Schlögen, auf das rechte Ufer überzusetzen oder mit der Längsfähre, das unbefahrbare linke Ufer bis Grafenau zu überbrücken. Die Längsfähre verkehrt bis Ende September, die Querfähre bis zum österreichischen Nationlfeiertag am 26. Oktober. Wenn Sie nach dem 26. Oktober am linken Donauufer von Niederranna nach Au unterwegs sind, befinden Sie sich in einer Sackgasse. Sie haben dann nur die Möglichkeit zur Donaubrücke Niederranna zurückzufahren, um am rechten Ufer weiter flußabwärts nach Schlögen zu gelangen. Doch auch zu den Betriebszeiten der Fähre ist es notwendig, die Uhrzeit im Auge zu behalten, denn im September und Oktober verkehrt die Querfähre nur bis 17 Uhr. Im Juni, Juli und August bis 18 Uhr. Die Längsfähre verkehrt auch im September noch bis 18 Uhr, im Juli und August bis 19 Uhr. Wenn Sie in der Schlögener Schlinge ans rechte Ufer möchten, weil Sie dort eine Unterkunft gebucht haben, dann sind Sie auf eine Querfähre angewiesen. Es gibt zwischen Schlögen und Inzell noch eine Anlegestelle, die von Au aus mit einer Querfähre bedient wird. Die Betriebszeiten dieser Querfähre sind im April 9 – 18 Uhr, von Mai bis August 8 – 20 und von September bis 26. Oktober 9 – 18 Uhr.

Schlögener Schlinge Naturwunder

Der Donau Radweg ist nun am nordseitigen Ufer unterbrochen. Umgeben von bewaldeten Uferhängen bahnt sich die Donau ihren Weg und ändert zwei Mal in der Schlögener Schlinge ihre Richtung. Einzigartig ist die Donau Schlinge als Europas grösster Zwangsmäander. Ein 30 minütiger lohnender Aufstieg von Schlögen am Südufer, der sich am Beginn der Donausteigetappe Schlögen – Aschach befindet, führt zu einer Aussichtsplattform, dem Schlögener Blick. Von hier aus eröffnet sich ein sensationeller Blick nach Nordwesten auf das einzigartige Naturschauspiel der Donau – die Schlögener Schlinge.

Wo zieht die Donau ihre Schlinge?

Die Schlögener Schlinge ist eine Flussschlinge im oberen Donautal in Oberösterreich, etwa auf halbem Weg zwischen Passau und Linz. Die Donau schuf in einigen Abschnitten enge Durchbruchstäler durch die Böhmische Masse. Die Böhmische Masse nimmt den Osten der europäischen Mittelgebirgsschwelle ein und umfaßt SudetenErzgebirge, Bayerischer Wald und einen Großteil der Fläche Tschechiens. In Österreich ist die Die Böhmische Masse das älteste Gebirge und bildet das Granit- und Gneishochland des Mühl- und Waldviertels. Die Donau tiefte sich allmählich ins Festgestein ein, wobei der Prozeß durch die Hebung der umgebenden Landschaft durch Bewegung der Erdkruste verstärkt wurde. Seit 2 Millionen Jahren hat sich die Donau immer weiter in den Untergrund eingetieft.

Was ist das Besondere an der Schlögener Schlinge?

Das Besondere an der Schlögener Schlinge ist, dass sie der größte Zwangsmäander Europas mit nahezu symmetrischem Querschnitt ist. Ein Zwangsmäander ist ein tief eingeschnittener Mäander mit symmetrischem Querschnitt. Mäander sind Windungen und Schleifen eines Flusses, die dicht aufeinander folgen. Zwangsmäander können sich aus geologischen Gegebenheiten heraus entwickeln. Geeignete Ausgangslagen sind widerständige flachlagernde Sedimentgesteine, wie es im Bereich der Schlögener Schlinge im Sauwald der Fall war. Der Fluss ist bestrebt, durch ein geringeres Gefälle das gestörte Gleichgewicht wiederherzustellen, wobei ihn widerständige Gesteinsplatten zur Schlingenbildung zwingen.

Wie entstand die Schlögener Schlinge?

In der Schlögener Schlinge wich die Donau härteren Gesteinsformationen der Böhmischen Masse nach Norden aus, nachdem sie sich im Tertiär ein mäanderförmiges Flußbett durch die weiche Schotterschicht gegraben hat und dieses aufgrund des harten Grantitgesteins der Böhmischen Masse im Mühlviertel beibehalten mußte. Das Tertiär begann am Ende der Kreidezeit vor 66 Millionen Jahren und dauerte bis zum Beginn des Quartärs vor 2,6 Millionen Jahren. 

Der „Grand Canyon“ Oberösterreichs wird oft als der ursprünglichste und schönste Platz entlang der Donau beschrieben. Die Leser der Oberösterreichischen Nachrichten kürten deshalb die Schlögener Schlinge 2008 zum Naturwunder.

Römerbad bei der Schlögener Schlinge

Am Standort des heutigen Schlögen befand sich auch ein kleines römisches Kastell und eine Zivilsiedlung. Beim Hotel Donauschlinge sind Überreste des westlichen Kastell-Tors zu sehen, von wo aus römische Soldaten die Donau überwachten, für die auch die Annehmlichkeiten eines Bades zur Verfügung standen.

Die Ruinen des römischen Badegebäudes befinden sich vor der Freizeitanlage in Schlögen. Hier können Sie in einem Schutzbau das etwa 14 Meter lange und bis zu sechs Meter breite Bad, das aus drei Räumen, einem Kaltbaderaum, einem Laubaderaum und einem Warmbaderaum, bestand, in Augenschein nehmen.

Welche Seite Donauradweg Etappe 1 ab Passau?

In Passau haben Sie die Wahl, Ihre Fahrt am Donauradweg entweder auf der rechten oder der linken Seite zu beginnen.

 Auf der linken Seite verläuft der Donauradweg, Eurovelo 6, ab Passau parallel zur stark befahrenen, lauten Bundesstraße 388, die etwa 15 Kilometer direkt am Ufer der Donau unterhalb der Steilhänge des Bayerischen Waldes verläuft. Das heißt, obwohl Sie auf einem Radweg am Fuße des Naturschutzgebietes Donauleiten am Nordufer unterwegs sind, empfiehlt sich die Fahrt am Donauradweg in Passau auf der rechten Seite der Donau zu beginnen. Entlang der B130 auf der rechten Seite sind Sie weniger Verkehr ausgesetzt.

In Jochenstein haben sie dann die Möglichkeit, auf die andere Seite zu wechseln und auf der linken Seite weiter zu fahren. Dies ist dann zu empfehlen, wenn sie es vorziehen, möglichst viel in der Natur möglichst direkt am Wasser unterwegs zu sein. Wenn sie andererseits auch am kulturellen Erbe, wie zum Beispiel dem Trappisten Kloster in Engelhartszell oder dem viertürmigen Römer Kastell in Oberranna interessiert sind, dann sollten Sie auf der rechten Seite bleiben. Sie haben dann immer noch die Möglichkeit, nach Oberranna über die Donaubrücke Niederranna auf die linke Seite zu wechseln und den letzten Abschnitt auf der linken Seite bis zur Schlögener Schlinge zu absolvieren.

Das Wechseln auf die linke Seite über die Donaubrücke Niederranna empfiehlt sich auf jeden Fall, denn rechts verläuft der Radweg entlang der Bundesstraße bis zur Schlögener Schlinge.

Zusammenfassend lautet die Empfehlung bezüglich welche Seite am Donauradweg für die erste Etappe zwischen Passau und Schlögen empfehlenswert ist: Beginn in Passau auf der rechten Seite der Donau, Wechsel auf die linke Donauseite bei Jochenstein, wenn das Naturerlebnis im Vordergrund stehen soll. Fortsetzung der Tour auf der rechten Seite der Donau ab Jochenstein durch Engelhartszell und Oberranna, wenn sie auch an historischen Kulturgütern wie einem Rokoko Stift und einem Römer Kastell interessiert sind. Das letzte Teilstück der ersten Etappe ab der Donaubrücke Niederranna dann auf jeden Fall auf der linken Seite, da rechts das Naturerlebnis durch die Bundesstraße beeinträchtigt wird. Zu beachten sind allerdings das abendliche Ende der Betriebszeiten der Fähren in Au, die zum Übersetzen nach Schlögen oder Grafenau notwendig sind.

Im September und Oktober verkehrt die Querfähre nach Schlögen nur bis 17 Uhr. Im Juni, Juli und August bis 18 Uhr. Die Querfähre von Au nach Inzell verkehrt im September und im Oktober bis 26. Oktober noch bis 18 Uhr. Die Längsfähre nach Grafenau verkehrt nur bis September und zwar bis 18 Uhr im September und bis 19 Uhr im Juli und August. 

Wenn man abends die letzte Fähre versäumt, dann ist man gezwungen, bis zur Donaubrücke Niederranna zurückzufahren und von dort weiter am rechten Ufer bis Schlögen.

P.S.

Wenn Sie bis Jochenstein auf der rechten Seite unterwegs sind, dann sollten Sie mit der Fähre Obernzell einen Abstecher über die Donau zum Renaissanceschloß Obernzell machen.

Der Verlauf der Route von Passau nach Schlögen

Die Route der Etappe 1 des Donauradweges Passau Wien von Passau nach Schlögen
Die Route der Etappe 1 des Donauradweges Passau Wien von Passau nach Schlögen

Die Route der Etappe 1 des Donauradweges Passau Wien von Passau nach Schlögen verläuft über 42 km in südöstlicher Richtung im Durchbruchstal der Donau durch das Granit- und Gneishochland der Böhmischen Masse, das im Süden vom Sauwald und im Norden vom oberen Mühlviertel begrenzt wird.

Wo kann man die Donau zwischen Passau und Schlögen mit dem Fahrrad überqueren?

Zwischen Passau und der Schlögener Schlinge gibt es insgesamt 6 Möglichkeiten die Donau mit dem Fahrrad zu überqueren:

1. Donaufähre Kasten – Obernzell – Die Betriebszeiten der Donaufähre Kasten – Obernzell sind bis Mitte September täglich. Von Mitte September bis Mitte Mai ist am Wochenende kein Fährbetrieb

2. Kraftwerk Jochenstein – Radfahrer können über das Kraftwerk Jochenstein ganzjährig die Donau während der Öffnungszeiten von 6 Uhr bis 22 Uhr überqueren.

3. Radfähre Engelhartszell – Kramesau – durchgehender Betrieb ohne Wartezeiten ab 15. April: 10.30 Uhr – 17.00 Uhr, Mai und September: 09.30 Uhr – 17.30 Uhr, Juni: 09.00 Uhr – 18.00 Uhr, Juli und August: 09.00 Uhr – 18.30 Uhr und bis 15. Oktober: 10.30 Uhr – 17.00 Uhr

4. Donaubrücke Niederranna – rund um die Uhr mit dem Fahrrad befahrbar

5. Querfähre Au – Schlögen –  1. – 30. April und 1. – 26. Oktober 10.00 – 17.00 Uhr, Mai und September 09.00 – 17.00 Uhr, Juni, Juli, August 9.00 – 18.00 Uhr 

6. Querfähre von Au nach Schlögen in Richtung Inzell. – Die Anlegestelle befindet sich zwischen Schlögen und Inzell, ca. 2 km vor Inzell. Die Betriebszeiten der Querfähre Au Inzell sind im April 9 – 18 Uhr, von Mai bis August 8 – 20 und von September bis 26. Oktober 9 – 18 Uhr

Wo kann man schön übernachten zwischen Passau und Schlögen?

Am Linken Donauufer:

Gasthaus-Pension Kornexl – Jochenstein

Gasthaus Luger – Kramesau 

Gasthof Draxler – Niederranna 

Am rechten Donauufer:

Bernhard’s Restaurant & Pension – Maierhof 

Hotel Wesenufer 

Gasthof Schlögen

Riverresort Donauschlinge – Schlögen

Gasthof Reisinger – Inzell

Wo kann man zwischen Passau und der Schlögener Schlinge campieren?

Zwischen Passau und der Schlögener Schlinge gibt es insgesamt 6 Campingplätze, 5 am Südufer und einen am Nordufer. Alle Campingplätze liegen direkt an der Donau.

Campingplätze am Donau Südufer

1. Campingplatz Kasten

2. Campinplatz Engelhartszell

3. Nibelungen Camping Mitter in Wesenufer

4. Terassencamping & Pension Schlögen

5. Gasthof zum heiligen Nikolaus, Zimmer und Camping in Inzell

Campingplätze am Donau Nordufer

1. Kohlbachmühle Gasthof Pension Camping

Wo gibt es öffentliche Toiletten zwischen Passau und Schlögen?

Zwischen Passau und Schlögen gibt es 3 öffentliche Toiletten

Öffentliche Toilette Esternberg 

Öffentliche Toilette bei der Schleuse Jochenstein 

Öffentliche Toilette Ronthal 

Im Schloß Obernzell und im Römerburgus in Oberranna gibt es auch Toiletten.

Ein Poller zum Festmachen eines Schiffes
Ein Poller