Etappe 5: von Melk nach Krems 36 km entlang der Donau durch das Weltkulturerbe Wachau

Der schönste Teil der Donau Radtour durch Österreich ist die Wachau.

Im Jahr 2008 wurde das Flusstal vom National Geographic Traveler Magazin zur “Best Historic Destination in the World” gekürt.

Auf dem Donauradweg im Herzen der Wachau

Nehmen sie sich viel Zeit, planen sie einen oder mehrere Tage in der Wachau zu verweilen.

Im Herzen der Wachau finden sie ein Zimmer mit Blick auf die Donau oder in die Weingärten.

Das Gebiet zwischen Melk und Krems wird heutzutage als Wachau bezeichnet.

Ursprünge verweisen aber auf eine 830 erstmalig urkundliche Erwähnung des Gebiets um Spitz und Weissenkirchen  als „Wahowa“. Als „Distrikt Wachau“ benannt wurden vom 12. bis 14. Jahrhundert Weingartenbesitzungen des Klosters  Tegernsee, des Klosters Zwettl und des Clarissinnen Klosters Dürnstein in St. Michael, Wösendorf, Joching und Weißenkirchen.

Eine Radtour für alle Sinne die freifliessende Donau

Rad fahren in der Wachau ist ein Erlebnis für alle Sinne. Wälder, Berge und das Rauschen des Flusses, einfach nur Natur, das belebt und erfrischt, entspannt und beruhigt, hebt die Stimmung und baut nachweislich Stress ab.
In den siebziger und achtziger Jahren wurde der Bau eines Donau Kraftwerkes bei Rührsdorf erfolgreich abgewehrt. Dadurch konnte die Donau im Bereich der Wachau als natürlich fliessendes Gewässer erhalten bleiben.

Naturschutz einer einzigartigen Landschaft

Die Wachau wurde zum Landschafts Schutzgebiet erklärt und erhielt das Europäische Naturschutzdiplom des Europarats, als UNESCO-Welterbe wurde die Wachau ausgezeichnet.
Die freifliessende Donau ist über 33 km Länge das Herzstück der Wachau. Schroffe Felsen, Aue, Wälder, Trockenrasen und Steinterassen bestimmen die Landschaft.

Beste Wachauer Weine auf Urgesteinsböden

Für den Wein- und Obstbau ist das Mikroklima an der Donau von grosser Bedeutung. Im Lauf von Millionen von Jahren entstanden die geologischen Strukturen der Wachau. Harter Gneis, weicherer Schiefergneis, kristalliner Kalk, Marmor und Graphitlager bedingen mitunter die abwechslungsreiche Gestalt des Donautals.

 

Die typischen vor Jahhunderten bereits angelegten Terrassenweingärten entlang der Donau und die dort gedeihenden feinfruchtigen Rieslinge und Grünen Veltliner, machen das Weltkulturerbe Wachau zu einem der bedeutendsten österreichischen Weinanbaugebiete.

Die typischen vor Jahhunderten bereits angelegten Terrassenweingärten mit ihren Urgesteins Verwitterungsböden sind für den Weinbau von wesentlicher Bedeutung. In den Terrassenweingärten können die Rebwurzeln bei geringer Bodenauflage in den Gneisfels eindringen. Eine besondere Rebsorte ist der hier gedeihende feinfruchtige Riesling, er gilt als König der Weißweine.

 

Ein besonderes Erlebnis an der Donau bietet ein Besuch der mittelalterlichen Stadt Dürnstein. Die berüchtigten Kuenringer herrschten hier im Mittelalter. Sitz waren z.B. die Burgen von Aggstein und Dürnstein. Die Söhne Hademars II. waren als Raubritter und „Hunde von Kuenring“ verrufen. Eine weitere historische Begebenheit war die Inhaftierung des legendären englischen Königs Richard I. Löwenherz auf Burg Dürnstein an der Donau. Während des Kreuzzugs nach Jerusalem geriet er mit Leopold V. in Konflikt. Nach seiner Rückkehr wurde er 1192 in einem Wirtshaus in Erdberg bei Wien erkannt. Daraufhin wurde er durch Leopold I.von Österreich gefangen genommen und Leopold liess seinen prominenten Gefangenen auf den Dürren Stein an der Donau bringen.

Das beschaulich schöne Donau Südufer entlang radeln

Stromabwärts radeln wir entlang der ruhigereren südlichen Donau Ufer Seite. Wir fahren durch wunderschöne Landschaft, entlang Obstgärten, Weingärten und Au- Flusslandschaften der hier frei fliessenden Donau. Mittels Fahrradfähren können auch mehrmals die Fluss Seite wechseln.

Über das Naturschutzprogramm LIFE-Natur der Europäischen Union wurden zwischen 2003 und 2008 vom Donauwasser abgeschnittene Altarmreste, z. B. in Aggsbach Dorf, wieder mit der Donau verbunden. Die Gerinne wurden bis einen Meter tiefer als das Regulierungs  Niederwasser ausgehoben um neuen Lebensraum für Donaufische und andere Gewässerbewohner wie Eisvogel, Flussuferläufer, Lurche und Libellen zu schaffen.

Von Melk kommend sehen wir auf einem Donau Felsen Schloss Schönbühel und das ehemalige Servitenkloster Schönbühel. Nach den Plänen der Geburtskirche in Betlehem liess 1675 Graf Conrad Balthasar von Starhemberg ein unterirdisches Heiligtum errichten welches bis heute in Europa einzigartig ist. Zu beiden Seiten des Grabes führen Türen ins Freie. Hier geniessen wir den Weitblick über die Donau.

Naturparadies Donau Auen und Klöster

Dann geht es weiter durch die Donau Auen. Zahlreiche Schotterinseln, Schotterbänke, Altarme und Auwaldreste charakterisieren die freie Fliessstrecke der Donau in der Wachau.

 

Der Donau Fluss verlagert mitunter auch seinen Lauf, An einer Stelle wird Boden abgetragen, an anderen Stellen Sand, Kies oder Lehm abgelagert. So bleibt ein Altwasser zurück.

An diesem ungestauten Flussabschnitt erleben wir die Dynamik eines Flusses der durch das strömende Wasser in ständiger Veränderung bleibt. Hier erleben wir die intakte Donau.

Bald erreichen wir Aggsbach mit der sehenswerten Kartäuser Klosteranlage. Die mittelalterliche Kartäuserkirche besaß ursprünglich weder Orgel noch Kanzel oder Kirchturm. Das Lob Gottes durfte nach den strengen Ordensregeln nur mit menschlicher Stimme gesungen werden. Der kleine Kreuzgang besaß keine Verbindung zur Außenwelt. Die Gebäude verfielen in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Später wurde die Anlage im Stil der Renaissance wieder hergestellt. Kaiser Josef II. hob 1782 das Kloster auf und das Gut wurde in Folge verkauft. Das Kloster als Schloss umgebaut.
Nahe der ehemaligen Klosteranlage gibt es eine alte Hammerschmiede zu besichtigen, diesie war bis 1956 in Betrieb.
Gemütlich radeln wir bis zur nächsten kleinen Ortschaft Aggstein.

E-Biker Tipp:  Raubritterburg Ruine Aggstein

E-Bike Radler könnten den steilen Burgweg, ca. 300 Höhenmeter über dem rechten Donauufer, für einen Besuch der geschichtsträchtigen Ruine der ehemaligen Burg Aggstein wählen.

Um 1100 wurde die Babenberger Burg Aggstein, als Schutz für das Land und die Donau, erbaut. Die Kuenringer übernahmen Aggstein und hatten das Mautrecht auf der Donau. Der Schutz wandelte sich unter der Herrschaft der neuen Besitzer ins Gegenteil. Nach Aussterben der Kueringer wurde die Burg 1429 an Jörg Scheck vom Wald übergeben. Als Raubritter war er von den Kaufleuten gefürchtet.

Nach einem Brand wurde die Burg Aggstein um 1600 wieder errichtet und bot der Bevölkerung während des 30-jährigen Krieges Schutz. Nach dieser Zeit verfiel die Burg. Mauer Steine wurden später für den Bau von Kloster Maria Langegg verwendet.

Wachauer Marillen und Wein in den Arnsdörfern

Am Flussufer führt uns der Donau Radweg eben stromabwärts bis St Johann im Mauertal, dem Beginn der Gemeinde Rossatz-Arnsdorf. An Obst- und Weingärten vorbei erreichen wir Oberarnsdorf. Hier rasten wir an diesem schönen Platz mit Blick auf die Ruine Hinterhaus und Spitz an der Donau, dem Herzen der Wachau.

Ein kleiner Abstecher auf die Ruine Hinterhaus, zu Fuß oder mit dem e-bike lohnt sich.

1955 wurde die Wachau zum Landschaftschutzgebiet erklärt. In den siebziger und achtziger Jahren wurde der Bau eines Donaukraftwerkes bei Rührsdorf erfolgreich abgewehrt. Somit konnte die Donau im Bereich der Wachau als fliessendes Gewässer erhalten bleiben. Die Wachau bewarb sich daraufhin erfolgreich um das Europäische Naturschutzdiplom des Europarats und die Auszeichnung als UNESCO-Welterbe. Die Zukunft der Wachau, die Erhaltung und Verbesserung dieser einzigartigen Landschaft ist damit zur Sache der gesamten Menschheit geworden. Die besondere geologische, klimatische und landschaftliche Vielfalt macht die Bedeutung der Wachau aus. Ein schützenswerter Naturraum von Flusslandschaft, Hangwiesen, Trockenrasen, Weinterassen, Obstgärten und Wäldern. Die Marillenblüte Mitte April gilt als Höhepunkt des Frühlings, als besonderes Naturerlebnis, in der Wachau.

Salzburger Herrschaft in den Arnsdörfern

Funde aus der Steinzeit und jüngeren Eisenzeit belegen eine sehr frühe Besiedlung der Gemeinde Rossatz-Arnsdorf. Entlang der Donau verlief die Grenze der römischen Provinz Noricum. Mauerreste von zwei Wachtürme des Limes sind noch in Bacharnsdorf und in Rossatzbach zu sehen.
Von 860 bis1803 standen die Arnsdörfer unter der Herrschaft der Salzburger Erzbischöfe. Die Kirche in Hofarnsdorf ist dem hl. Rupert, dem Salzburger Gründerheiligen, geweiht. Für die Bistümer und Klöster war die Weinproduktion der Arnsdörfer von großer Bedeutung. In Oberarnsdorf erinnert der vom Erzstift St. Peter errichtete Salzburgerhof. Zwei Jahre später im Jahr 1803 endete mit der Säkularisierung die geistlichen Herrschaft auch in Arnsdorf.

Arnsdorf ist heute die größte Wachauer Marillenanbau Gemeinde. Wein wird auf insgesamt 103 Hektar Land an der Donau angebaut.
Wir radeln weiter durch Rührsdorf neben Weingärten bis Rossatz und Rossatzbach. An heissen Sommertagen lädt die Donau zu einem kühlen Bad ein. Den lauen Sommerabend geniessen wir bei einem Heurigen im Weingarten bei einem Glas Wein aus der Wachau und Blick auf die Donau .

Römer entlang des südlichen Donau Ufers, der Limes

Nach Rossatzbach bis Mautern ist der Donau Radweg neben der Autostrasse aber auf einer eigenen Trasse angelegt.
In Mautern zeugen archäologische Ausgrabungen wie Gräber, Weinkeller und mehr, von einer bedeutenden römischen Siedlung „Favianis“, welche an einer wichtigen Handelsroute an der Nordgrenze zu den germanischen Völkern lag. Wir queren die Donau nach Krems/Stein über die Mautener Brücke, eine der ersten und wichtigsten Donau Übergänge zwischen Linz und Wien.

Pitoreske Mittelalterliche Städtchen

Wir können auch das nördliche Donau Ufer durch die Wachau wählen.
Von Emmersdorf radeln wir auf dem Donau Radweg über Aggsbach Markt, Willendorf, Schwallenbach, Spitz, St. Michael, Wösendorf in der Wachau, Joching, Weissenkirchen, Dürnstein, Oberloiben bis Krems.

Der Donau Radweg führt teilweise auf der alten Strasse durch kleine pitoreske mittelalterliche Ortschaften, aber auch entlang der stärker (als auf der nördlichen Donauseite) befahrenen Autostrasse. Es gibt auch die Möglichkeit mehrmals das Flussufer mittels Fähre zu wechseln: bei Oberarnsdorf nach Spitz, von Rührsdorf nach Weissenkirchen oder von Rossatzbach nach Dürnstein.

Willendorf und die steinzeitliche Venus

Bedeutung erlangte die Ortschaft Willendorf als eine ca. 25.000 Jahre alte Kalkstein Venus aus der Steinzeit gefunden wurde. Das Original der Venus ist im Naturhistorischen Museum in Wien ausgestellt.

Kulturerbe Wachau erleben

Nach eine Besuch in Spitz an der Donau sehen wir bald die Wehrkirche St Michael mit Karner. Der Ursprung weist auf eine keltische Opferstätte. Unter Karl dem Großen wurde an dieser Stelle um 800 eine Kapelle errichtet und die keltische Kultstätte zu einem christlichen Michaels Heiligtum umgewandelt. Im Zuge eines Neubaus der Kirche 1530 wurde die Wehranlage mit ursprünglich fünf Türmen und einer Zugbrücke erbaut. Die oberen Stockwerke waren wehrhaft ausgebaut und schwer zugänglich. Ein mittelalterlicher Bergungsraum wurde im ersten Obergeschoß genutzt. Die Renaissanceorgel aus dem Jahre 1650 ist eine der ältesten erhaltenen in ganz Österreich.

Dürnstein und Richard Löwenherz

Sehenswert ist auch die mittelalterliche Stadt Dürnstein. Die berüchtigten Kuenringer herrschten hier. Sitz waren z.B. die Burgen von Aggstein und Dürnstein. Als Raubritter und als „Hunde von Kuenring“ waren die beiden Söhne Hademars II. verrufen. Eine nenneswerte historisch politische Begebenheit war die Festnahme des legendären englischen Königs Richard I., Löwenherz, in Wien Erdberg. Leopold V. liess seinen prominenten Gefangenen daraufhin auf den Dürren Stein an der Donau bringen.

Durch Loiben nach Stein und Krems geht der Donau Radweg auf der alten Strasse die jetzt Radweg ist.