Wo ist der Donauradweg?

Der Donauradweg in der Wachau
Der Donauradweg in der Wachau

Alle reden davon. 70.000 befahren jedes Jahr den Donauradweg. Einmal muss man ihn machen, den Donauradweg von Passau nach Wien.

Die Donau ist mit 2850 Kilometern Länge nach der Wolga der zweitlängste Fluss Europas. Sie entspringt im Schwarzwald und mündet im rumänisch-ukrainischen Grenzgebiet ins Schwarze Meer. In Donaueschingen beginnt der klassische Donauradweg, der ab Tuttlingen auch als Eurovelo 6 bezeichnet wird. Der Eurovelo 6 verläuft vom Atlantik in Nantes in Frankreich nach Constanta in Rumänien am Schwarzen Meer.

Wenn wir vom Donauradweg sprechen, dann meinen wir oft die am meisten befahrene Strecke des Donauradweges, nämlich die 317 km lange, die von Passau in Deutschland nach Wien in Österreich verläuft, wobei die Donau von etwa 300 m Seehöhe in Passau auf 158 m Seehöhe in Wien, also 142 Höhenmeter abwärts, fließt.

Donauradweg Passau Wien, die Route
Donauradweg Passau Wien, 317 km von 300 m Seehöhe auf 158 m Seehöhe

Der schönste Abschnitt des Donauradweges Passau Wien ist in Niederösterreich in der Wachau. Der Talboden von St. Michael über Wösendorf und Joching bis Weissenkirchen in der Wachau wurde bis 1850 als Thal Wachau bezeichnet.

Die 333 km von Passau nach Wien wird gerne in 7 Etappen eingeteilt, mit einer durchschnittlichen Strecke von 50 km pro Tag.

  1. Passau – Schlögen 43 km
  2. Schlögen – Linz 57 km
  3. Linz – Grein 61 km
  4. Grein – Melk 51 km
  5. Melk – Krems 36 km
  6. Krems – Tulln 47 km
  7. Tulln – Wien 38 km

Die Einteilung des Donauradwegs Passau Wien in 7 Tagesetappen hat sich durch die Zunahme an e-bikes etwas zu weniger aber dafür längeren Tagesetappen verschoben.

Im Folgenden sind die Orte aufgelistet, in denen Sie übernachten können, wenn Sie in 6 Tagen von Passau nach Wien radeln wollen.

  1. Passau – Schlögen 43 km
  2. Schlögen – Linz 57 km
  3. Linz – Grein 61 km
  4. Grein – Spitz an der Donau 65 km
  5. Spitz an der Donau – Tulln 61 km
  6. Tulln – Wien 38 km

Sie können der Auflistung entnehmen, dass, wenn Sie täglich durchschnittlich 54 km am Donauradweg Passau Wien zurücklegen, Sie am 4. Tag anstelle von Grein nach Melk von Grein nach Spitz an der Donau in der Wachau fahren. Ein Ort in der Wachau zum Übernachten empfiehlt sich, weil der Abschnitt zwischen Melk und Krems der schönste des ganzen Donauradweges Passau Wien ist.

Sie werden feststellen, dass die meisten der angebotenen Donauradweg-Reisen von Passau nach Wien auf 7 Tage angelegt sind. Wenn Sie jedoch weniger Tage unterwegs sein möchten, um dort zu radeln, wo der Donauradweg am schönsten ist, nämlich im oberen Donautal bei der Schlögener Schlinge und in der Wachau, dann empfehlen wir Ihnen 2 Tag im oberen Donautal zwischen Passau und Aschach und anschließend 2 Tage in der Wachau zu verbringen. Dazu haben wir folgendes Programm einer exklusiv geführten Radreise für Sie ausgearbeitet:

Dort radeln wo der Donauradweg am schönsten ist: Schlögener Schlinge und Wachau. In 4 Tagen von Passau nach Wien

Programm

  1. Tag Montag: Anreise nach Passau, Begrüßung und gemeinsames Abendessen in den Kellergewölben eines ehemaligen Klosters, das über eigenen Wein aus der Wachau verfügt
  2. Tag Dienstag: Passau – Schlögener Schlinge, gemeinsames Abendessen auf einer Terrasse an der Donau
  3. Tag Mittwoch: Schlögener Schlinge – Aschach,
    Transfer von Aschach nach Spitz an der Donau, gemeinsames Abendessen im Winzerhof
  4. Tag Donnerstag: Radfahren in der Wachau, Besuch von Stift Melk, Suppe mittags und abends Weinverkostung und Heurigenbesuch
  5. Tag Freitag: Radfahren in der Wachau und Schifffahrt nach Wien mit Abendessen an Board
  6. Tag Samstag: gemeinsames Frühstück in Wien, Verabschiedung und Abreise

Reisetermine

Reisezeitraum

1. - 6. Mai 2023

5. - 10. Juni 2023

Preis pro Person im DZ ab 1.398 €

Einzelzimmerzuschlag 375 €

Inkludierte Leistungen

• 5 Übernachtungen mit Frühstück (Montag bis Samstag)
• 4 Abendessen davon eines an Board des Schiffes 
• Alle Kurtaxen und Tourismusabgaben
• Transfer von Aschach nach Spitz an der Donau
• Gepäcktransport
• 2 Reisebegleiter
• Eintritt in das Benediktinerstift Melk
• Suppe am Donnerstagmittag
• Weinverkostung
• Heurigenbesuch
• Alle Donaufähren
• Schiffahrt von der Wachau nach Wien am Freitagabend

Teilnehmerzahl: mind. 8, max. 16 Gäste; Ende der Anmeldefrist 3 Wochen vor Reisebeginn.

Buchungsanfrage

Wegbeschreibung Donauradweg Passau Wien

Start am Rathausplatz in Passau

Vom Rathausplatz Ecke Fritz-Schäffer-Promenade in der Altstadt von Passau geht es einem Schild mit der Aufschrift “Donauroute” folgend zum Residenzplatz, der nördlich vom Chor des St. Stephans Domes begrenzt wird.

Der Rathausturm in Passau
Am Rathausplatz in Passau beginnen wir den Donauradweg Passau-Wien

Auf der Marienbrücke über den Inn

Auf der Marienbrücke geht es über den Inn in die Innstadt, wo es zwischen den Bahngleisen der stillgelegten Innstadtbahn und den denkmalgeschützten Gebäudeteilen der ehemaligen Innstadtbrauerei dem Inn, und nach seiner Einmündung in die Donau, der Wiener Straße entlang flußabwärts in Richtung österreichischer Grenze geht, wo die Wiener Straße auf österreichischer Seite zur B130, der Nibelungen Bundesstraße, wird.

Gebäude der ehemaligen Innstadt Brauerei
Der Donauradweg in Passau vor dem denkmalgeschützten Gebäude der ehemaligen Innstadt Brauerei.

Burg Krämpelstein

Im weiteren Verlauf kommen wir gegenüber Erlau am deutschen Ufer, wo die Donau eine Doppelschlinge macht, am Fuße der auf einem Felsvorsprung an der Stelle, wo sich früher ein römischer Wachposten befand, hoch über der rechten Seite der Donau gelegenen Burg Krämpelstein vorbei. Die Burg diente als Mautstation und später als Ruhesitz der Passauer Bischöfe.

Burg Krämpelstein
Die Burg Krämpelstein wurde auch Schneiderburg genannt, weil angeblich ein Schneider mit seiner Ziege in der Burg lebte

Schloß Obernzell

Vor Kasten befindet sich die Anlegestelle der Donaufähre Obernzell. Wir nehmen die Fähre nach Obernzell um das Wasserschloß Obernzell auf der linken Seite der Donau zu besichtigen.

Schloß Obernzell
Schloß Obernzell an der Donau

Das Schloss Obernzell ist ein ehemals fürstbischöfliches Wasserschloss  am linken Ufer der Donau. Der Passauer Bischof Georg von Hohenlohe begann den Bau einer gotischen Wasserburg, die in den Jahren 1581 bis 1583 von Fürstbischof Urban von Trennbach zu einem mächtigen, repräsentativen, viergeschossigen Renaissance-Schloss mit Krüppelwalmdach umgebaut wurde. Im ersten Obergeschoss von Schloss Obernzell befindet sich eine spätgotische Kapelle und im zweiten Obergeschoss befindet sich der Rittersaal mit einer Kassettendecke, der die ganze zur Donau gerichtete Südfront des zweiten Obergeschosses einnimmt. Nach dem Besuch von Schloss Obernzell fahren wir mit der Fähre wieder zurück auf die rechte Seite und setzen unsere Fahrt zum Donaukraftwerk Jochenstein fort.

Kraftwerk Jochenstein

Das Donaukraftwerk Jochenstein
Das Donaukraftwerk Jochenstein

Das Kraftwerk Jochenstein ist ein Laufwasserkraftwerk der Donau, das seinen Namen vom Jochenstein, einer Felsinsel, auf der die Grenze zwischen dem Fürstbistum Passau und dem Erzherzogtum Österreich verlief, ableitet. Die beweglichen Elemente des Stauwehrs sind nahe dem österreichischen Ufer angeordnet, das Krafthaus mit den Turbinen in der Flussmitte, während die Schiffsschleuse auf der bayerischen Seite liegt. Die monumentalen Rundbögen des 1955 fertiggestellten Kraftwerkes Jochenstein waren die letzte große Planung des Architekten Roderich Fick, von dem Adolf Hitler so begeistert war, dass in Hitler´s Heimatstadt Linz die beiden Kopfgebäude der Nibelungenbrücke nach seinen Plänen gebaut wurden.

Übergang am Kraftwerk Jochenstein
Die Rundbögen des 1955 nach Plänen des Architekten Roderich Fick erbauten Kraftwerkes Jochenstein

Engelhartszell

Vom Kraftwerk Jochenstein setzen wir unsere Fahrt am Donauradweg nach Engelhartszell fort. Die Gemeinde Engelhartszell liegt auf 302 m Seehöhel im Oberen Donautal. In der Römerzeit wurde Engelhartszell als Stanacum bezeichnet. Engelhartszell ist bekannt für das dort befindliche Trappistenkloster Engelszell mit seiner Rokokokirche.

Stiftskirche Engelszell
Stiftskirche Engelszell

Stiftskirche Engelszell

Die Stiftskirche Engelszell wurde zwischen 1754 und 1764 erbaut. Rokoko ist ein Stil, der im frühen 18. Jahrhundert in Paris entstand und später in anderen Ländern, vor allem in Deutschland und Österreich, übernommen wurde. Rokoko zeichnet sich durch Leichtigkeit, Eleganz und eine überschwängliche Verwendung von geschwungenen natürlichen Formen in der Ornamentik aus. Von Frankreich aus verbreitete sich der Rokoko-Stil in den katholischen deutschsprachigen Ländern, wo er zu einem Stil der religiösen Architektur adaptiert wurde.

Innenraum der Stiftskirche Engelszell
Innenraum der Stiftskirche Engelszell mit Rokoko Kanzel von J.G. Üblherr, einem der fortschrittlichsten Stuckateure seiner Zeit, wobei im ornamentalen Bereich der asymmetrisch angesetzte C-Bogen für ihn kennzeichnend ist.

Auch auf dem Gebiet der Marktgemeinde Engelhartszell, etwas flußabwärts vom Stift Engelszell, im Ortsteil Oberranna, wurden 1840 römische Mauerreste entdeckt wobei sich im Laufe der Zeit herausstellte, dass es sich um eine Kleinfestung, einen Quadriburgus, ein quadratisches Militärlager mit 4 Ecktürmen gehandelt haben muss. Von den Türmen aus konnte man über eine weite Strecke den Flussverkehr der Donau überwachen und das gegenüber einmündende Rannatal überblicken.

Ausblick auf die Rannamündung
Der Ausblick auf die Rannamündung vom Römerburgus in Oberranna

Der Quadriburgus Stanacum war Bestandteil der Festungskette des Donaulimes in der Provinz Noricum, direkt an der Limesstraße. Der Burgus in Oberranna ist seit 2021 Bestandteil des zum UNESCO-Weltkulturerbe erhobenen Donaulimes an der via iuxta Danuvium, der römischen Militär- und Fernstraße entlang dem Südufer der Donau. Den Römerburgus Oberranna, das am besten erhaltene römische Bauwerk in Oberösterreich, können Sie in dem weithin sichtbaren Hallenschutzbau in Oberranna direkt am Donauradweg täglich von April bis Oktober besichtigen.

Schögener Schlinge

Danach überqueren wir die Donau auf der Brücke Niederranna und fahren auf der linken Seite nach Au, das sich auf der Innenseite der Schlögener Schlinge befindet.

Au in der Schlögener Schlinge
Au in der Schlögener Schlinge

Was ist das Besondere der Schögener Schlinge?

Das Besondere an der Schlögener Schlinge ist, dass sie ein großer, tief eingeschnittener Mäander mit nahezu symmetrischem Querschnitt ist. Mäander sind Windungen und Schleifen eines Flusses, die sich aus geologischen Gegebenheiten heraus entwickeln. In der Schlögener Schlinge wich die Donau härteren Gesteinsformationen der Böhmischen Masse nach Norden aus, wobei sie widerständige Gesteinsplatten zur Schlingenbildung zwangen. Der „Grand Canyon“ Oberösterreichs kann am besten vom sogenannten Schlögener Blick in Augenschein genommen werden. Der Schlögener Blick ist eine kleine Aussichtsplatform oberhalb von Schlögen.

Die Schlögener Schlinge der Donau
Die Schlögener Schlinge im oberen Donautal

Mit der Querfähre setzen wir nach Schlögen über und radeln weiter durch das obere Donautal, wo die Donau durch das Kraftwerk Aschach aufgestaut ist. Der historische Ort Obermühl ging durch die Aufstauung unter. Am östlichen Ende des Ortes befindet sich am Donauufer ein Getreidespeicher, der ursprünglich 4-geschoßig war, heute aber 3-geschoßig ist, weil das unterste Geschoß im Zuge der Aufstauung zugeschüttet wurde.

Freyer Körnerkasten

Getreidespeicher aus dem 17. Jahrhundert in Obermühl
Getreidespeicher aus dem 17. Jahrhundert in Obermühl

Der Getreidespeicher hat ein außergewöhnliches, 14 Meter hohes, angestiftetes Walmdach. Auf der Fassade sind gemalte und geritzte Fensteröffnungen sowie Eckquaderungen in Stupfputz. In der Mitte finden sich 2 Schüttöffnungen. Der Getreidespeicher, der auch Freyer-Körnerkasten genannt wird, wurde 1618 von Karl Jörger erbaut.

Karl Jörger, der Erbauer des Körnerkastens

Freiherr Karl Jörger von Tollet war ein Adeliger des Herzogtums Österreich ob der Enns und eine führende Persönlichkeit der Landesstände. Karl Jörger war Oberbefehlshaber der ständischen Truppen des Traun- und Marchlandviertels beim Aufstand der “oberennsischen” Stände gegen den katholischen Kaiser Ferdinand II. Nachdem Karl Jörger des Hochverrates beschuldigt worden war, wurde er in der Veste Oberhaus, die dem Bischof von Passau gehörte, eingekerkert und gefoltert.

Die Veste Oberhaus in Passau
Die Veste Oberhaus in Passau

Lauerturm

Der Lauerturm über dem linken Ufer auf einem bewaldeten, fast senkrecht zur Donau abfallenden Granitfelsen am Fuße des Neuhauser Schloßberges ist ein mittelalterlicher Mautturm über qudratischem Grundriss. Von dem ehemals mehrgeschoßigen Turm sind die unteren 2 Geschoße der Süd- und Westmauer erhalten mit einem mittelalterlichen Rechteckportal und darüber 2 Fenster in der Südwand. Der Lauerturm gehörte zur Burg Neuhaus der Schaunberger, die das Mautrecht außerhalb Aschachs hatten. Landesherr war zu dieser Zeit Herzog Albrecht IV. von Österreich. Neben den Wallseern waren die Schaunberger das mächtigste und reichste Adelsgeschlecht in Oberösterreich.

Der Lauerturm von Schloss Neuhaus an der Donau
Der Lauerturm von Schloss Neuhaus an der Donau

Die Schaunberger

Die Schaunberger stammten ursprünglich aus Niederbayern und erwarben das Gebiet um Aschach in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts und nannten sie sich nach ihrem neuen Herrschaftsmittelpunkt, der Schaunburg, „Schaunberger“. Die Schaunburg, die größte Burganlage Oberösterreichs, war eine Höhenburg im Bereich der nordwestlichen Begrenzung des Eferdinger Beckens. Durch die Lage ihrer Besitzungen zwischen den beiden Machtblöcken Österreich und Bayern gelang es den Schaunbergern im 14. Jahrhundert Habsburger und Wittelsbacher gegeneinander auszuspielen was in der Schaunberger Fehde endete in deren Gefolge sich die Schaunberger der habsburgischen Oberhoheit unterwerfen mußten. 

Kaiserhof

Kaiserhof an der Donau
Bootsanlegestelle beim Kaiserhof an der Donau

Die Bootsanlegestelle Aschach-Kaiserau befindet sich gegenüber dem Lauerturm, von dem aus 1626 im oberösterreichischen Bauernkrieg die aufständischen Bauern die Donau mit Ketten versperrten. Auslöser war die Strafaktion des bayerischen Statthalters Adam Graf von Herberstorff, der im Zuge des sogenannten Frankenburger Würfelspiels insgesamt 17 Männer aufhängen ließ. Oberösterreich wurde 1620 von den Habsburgern an den bayerischen Herzog Maximilian I. verpfändet. In der Folge ließ Maximilian katholische Geistliche nach Oberösterreich entsenden, die die Gegenreformation durchsetzen sollten. Als in der protestantischen Pfarrei Frankenburg ein katholischer Pfarrer eingesetzt werden sollte, kam es zum Aufstand.

Stiftskirche Wilhering

Bevor wir mit der Fähre nach Ottensheim übersetzen, machen wir einen Abstecher zum Stift Wilhering mit seiner Rokoko Kirche.

Deckengemälde von Bartolomeo Altomonte in der Stiftskirche Wilhering
Deckengemälde von Bartolomeo Altomonte in der Stiftskirche Wilhering

Stift Wilherin erhielt Schenkungen von den Grafen von Schaunberg, von denen Mitglieder der Familie in zwei gotischen Hochgräbern links und rechts des Kircheneingangs ruhen. Das Innere der Stiftskirche Wilhering ist der hervorragendste kirchliche Raum des bayrischen Rokoko in Österreich aufgrund der Harmonie der Ausschmückung und dem wohldurchdachten Lichteinfall. Das Deckengemälde von Bartolomeo Altomonte zeigt die Verherrlichung der Muttergottes, vorwiegend durch Darstellung ihrer Attribute in den Anrufungen der Lauretanischen Litanei.

Donaufähre Ottemheim

Die Donaufähre in Ottensheim
Die Donaufähre in Ottensheim

Der Abt von Wilhering hat 1871 in Ottensheim anstelle der Zillenüberfuhr die „fliegende Brücke“ gesegnet. Bis zur Donauregulierung in der Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Ottensheim eine Engstelle der Donau. Der „Schröckenstein“ in Dürnberg, der bis in das Flussbett hineinragte, versperrte auf der linken Uferseite den Landweg nach Urfahr, sodaß alle Waren aus dem Mühlviertel von Ottensheim über die Donau gebracht werden mußten, um weiter in Richtung Linz transportiert werden zu können.

Kürnberger Wald

Von Ottensheim verläuft der Donauradweg entlang der B 127, der Rohrbacher Straße, nach Linz. Alternativ gibt es die Möglichkeit von Ottensheim nach Linz mit einer Fähre, dem so genannten Donaubus, zu gelangen.

Kürnbergerwald vor Linz
Der Kürnbergerwald im Westen von Linz

Mitte des 18. Jahrhunderts erwarb Stift Wilhering den Kürnbergerwald. Der Kürnbergerwald mit dem 526 m hohen Kürnberg ist eine Fortsetzung der Böhmischen Masse südlich der Donau. Durch die erhöhte Lage haben sich schon seit der Jungsteinzeit Menschen dort angesiedelt. Man hat einen Doppelringwall aus der Bronzezeit, einen römischen Wachtturm, Kultplätze, ein Hügelgräberfeld und Siedlungen aus verschiedensten kulturgeschichtlichen Epochen auf dem Kürnberg gefunden. In der Neuzeit veranstalteten die Habsburger Kaiser des Heiligen Römischen Reiches große Jagden im Kürnberger Wald.

Die Dreifaltigkeitssäule und die beiden Brückenkopfgebäude am Hauptplatz in Linz
Die Dreifaltigkeitssäule und die beiden Brückenkopfgebäude am Hauptplatz in Linz

Der Domplatz in Linz östlich des neugotischen Mariendoms dient das ganze Jahr als Veranstaltungsort von klassischen Konzerte, verschiedenen Märkte und dem Advent am Dom. Das weithin sichtbare Gebäude des Museums der digitalen Kunst am linken Donauufer, das Ars Eletronica Center, ist eine transparente Lichtskulptur, ein Baukörper, bei dem keine Außenkante parallel zur anderen verläuft, der je nach Blickwinkel eine andere Gestalt annimmt. Gegenüber dem Ars Electronica Center, am rechten Ufer der Donau, befindet sich der mit Glas umhüllte, geradlinig strukturierte, basaltgraue Baukörper des Lentos, des Museums für Moderne Kunst der Stadt Linz.

Museum Francisco Carolinum Linz
Das Museum Francisco Carolinum in Linz mit Monumentalfries aus Sandstein im 2. Obergeschoß

Das Gebäude des Francisco Carolinum in der Inneren Stadt, ein Museum für Fotokunst, ist ein freistehender, 3-geschoßiger Bau mit Neorenaissancefassaden und mit 3 Seiten umfassenden Monumentalfries aus Sandstein, das die Geschichte Oberösterreichs darstellt. Das Offene Kulturhaus im Stadtzentrum von Linz in der ehemaligen Ursulinenschule ist ein Haus für zeitgenössische Kunst, ein Experimentallabor in Sachen Kunst, das die Umsetzung einer künstlerischen Arbeit von der Idee bis zu ihrer Ausstellung begleitet.

Rathausgasse Linz
Rathausgasse Linz

Die Rathausgasse in Linz verläuft vom Rathaus am Hauptplatz zum Pfarrplatz. Worauf viele Linzerinnen und Linzer stolz sind, befindet sich in der Rathausgasse 3 an der Ecke zum Kepler Wohnhaus. Der Leberkas vom Pepi, ein traditionelles Gericht der bayerisch-österreichischen Küche, das zwischen zwei Semmelhälften als „Leberkässemmel“ verspeist gehört.

Die Linzer Torte ist eine Torte aus gerührtem Mürbteig, einem sogenannten Linzerteig, mit einem hohen Anteil an Nüssen. Die Linzer Torte enthält eine einfache Füllung aus Marmelade, meist Ribiselmarmelade, und wird traditionell mit einem Teiggitter als oberster Lage, das der Masse aufdressiert wird, hergestellt.
Ein Stück Linzer Torte enthält eine Füllung aus Ribiselmarmelade mit einem Teiggitter als oberster Lage.

Schon Erzherzog Franz Karl Joseph von Österreich hat auf dem Weg zur Sommerfrische in Bad Ischl von Linz eine Linzer Torte mitgenommen. Eine Linzer Torte ist eine Torte aus gerührtem Mürbteig mit einem hohen Anteil an Nüssen, die mit Zimt gewürzt ist und eine Füllung aus Ribiselmarmelade und ein aufdressiertes, charakteristisches, rautenförmiges Teiggitter als oberster Lage enthält. Die Mandelsplitter auf der Gitterverzierung der Linzer Torte sind wohl als Reminiszenz auf die früher übliche Herstellung der Linzer Torte mit Mandeln zu verstehen. Doch auf Grund des hohen Butter- und Mandelanteils war die Linzer Torte lange meist nur den reichen Leuten vorbehalten.

Von Linz nach Mauthausen

Vom Hauptplatz in Linz verläuft der Donauradweg über die Nibelungenbrücke nach Urfahr und folgt auf der anderen Seite dem Verlauf der Promenade entlang der Donau.

Pleschinger Au

Am nordöstlichen Stadtrand von Linz, im Linzer Feld, macht die Donau einen von Südwesten nach Südosten verlaufenden Bogen um Linz. An der nordöstlichen Außenseite dieses Bogens, an der Stadtgrenze von Linz, befindet sich eine Aulandschaft, die sogenannte Pleschinger Au.

Der Donauradweg verläuft am nordöstlichen Stadtrand von Linz im Schatten der Bäume der Pleschinger Aulandschaft.
Der Donauradweg verläuft am nordöstlichen Stadtrand von Linz im Schatten der Bäume der Pleschinger Aulandschaft.

Der Donauradweg verläuft am Fuße eines Dammes am Rande der Pleschinger Au entlang des Diesenleitenbaches bis sich die aus landwirtschaftlich genutzten Wiesen und Auwaldabschnitten bestehende Aulandschaft wieder verjüngt und der Donauradweg wieder am Treppelweg entlang der Donau weitergeht. In diesem Bereich wird man nun des Ostens von Linz, St. Peter in der Zitzlau, mit dem Hafen und der Hütte der voestalpine AG, ansichtig.

In Linz betreibt die voestalpine Stahl GmbH ein Hüttenwerk.
Die Silhuette des Hüttenwerkes der voestalpine Stahl GmbH in Linz

Nachdem Adolf Hitler entschieden hatte, dass in Linz eine Hütte erreichtet werden solI, erfolgte bereits zwei Monate nach dem Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich im Mai 1938 der Spatenstich für die Reichswerke Aktiengesellschaft für Erzbergbau und Eisenhütten „Hermann Göring“ in St. Peter-Zizlau. Rund 4.500 Bewohner von St. Peter-Zizlau werden deshalb in andere Stadtteile von Linz umgesiedelt. Der Bau der Hermann Göring Werke in Linz und die Produktion von Rüstungsgüter erfolgte mit rund 20.000 Zwangsarbeitern und mehr als 7.000 KZ-Häftlingen aus dem KZ Mauthausen.

Auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen befindet sich seit 1947 eine Mahn- und Gedenkstätte der Republik Österreich. Das Konzentrationslager Mauthausen befand in der Nähe von Linz und war das größte Konzentrationslager der Nationalsozialisten in Österreich. Es bestand von 1938 bis zur Befreiung durch US-amerikanische Truppen am 5. Mai 1945. Im KZ Mauthausen und seinen Nebenlagern waren rund 200.000 Menschen inhaftiert, von denen mehr als 100.000 ums Leben gekommen sind.
Informationstafel bei der KZ Gedenkstätte Mauthausen

Nach Kriegsende haben US-Einheiten das Gelände der Hermann Göring-Werke übernommen und in Vereinigte österreichische Eisen- und Stahlwerke (VÖEST) umbenannt. 1946 VÖEST an die Republik Österreich übergeben. In den 1990er-Jahren wurde die VÖEST privatisiert. Aus der VOEST ging die voestalpine AG hervor, die heute ein globaler Stahlkonzern ist, der über rund 500 Konzerngesellschaften und Standorte in mehr als 50 Ländern verfügt. In Linz am Standort der ehemaligen Hermann Göring-Werke betreibt die voestalpine AG weiter ein weithin sichtbares, das Stadtbild prägendes Hüttenwerk.

Die Hütte der voestalpine AG in Linz
Die Silhuette der Hütte der voestalpine AG prägt das Stadtbild im Osten von Linz

Von Linz nach Mauthausen

Mauthausen liegt nur 15 km östlich von Linz.  Ende des 10. Jahrhunderts wurde in Mauthausen von den Babenbergern eine Mautstätte gegründet. 1505 wurde bei Mauthausen eine Brücke über die Donau gebaut. Bekannt wurde Mauthausen im 19. Jahrhundert durch den von der Mauthausner Steinindustrie in die großen Städte der österreichisch-ungarischen Monarchie gelieferten Mauthausener Granit, der für Pflastersteine und den Bau von Gebäuden und Brücken verwendet wurde.

Das Lebzelterhaus Leopold-Heindl-Kai in Mauthausen
Das Lebzelterhaus Leopold-Heindl-Kai in Mauthausen

Die Nibelungenbrücke in Linz, die die Heimatstadt des Führers mit Urfahr verbindet, wurde von 1938 bis 1940 mit Granit aus Mauthausen gebaut. Die Häftlinge des KZs Mauthausen mußten den für den Bau der Nibelungenbrücke in Linz notwendigen Granit von Hand oder Mittels Sprengung vom Fels spalten.

Die Nibelungenbrücke über die Donau verbindet Linz mit Urfahr. Sie wurde von 1938 bis 1940 mit Granit aus Mauthausen gebaut. Die Häftlinge des KZs Mauthausen mussten den dafür notwendigen Granit von Hand oder Mittels Sprengung vom Fels spalten.
Die Nibelungenbrücke in Linz wurde von 1938 bis 1940 mit Granit aus Mauthausen gebaut, den die Häftlinge des KZs Mauthausen von Hand oder Mittels Sprengung vom Fels spalten mussten.

Das Machland

Von Mauthausen verläuft der Donauradweg durch das Machland, das für seinen intensiven Anbau von Gemüse, wie Gurken, Rüben, Kartoffel, Weißkraut und Rotkraut bekannt ist. Das Machland ist eine ebene, durch Ablagerungen entstandene Beckenlandschaft entlang des Nordufers der Donau, die sich von Mauthausen bis zum Beginn des Strudengaus erstreckt. Das Machland gehört zu den ältesten Siedlungsräumen Österreichs. Die Anwesenheit von Menschen in der Jungsteinzeit auf Hügeln im Norden des Machlandes ist belegt. Ab etwa 800 vor Christus besiedelten Kelten den Donauraum. Rund um die Ausgrabung des Gräberfeldes Mitterkirchen entstand das Keltendorf Mitterkirchen.

Das Machland ist eine ebene, durch Ablagerungen entstandene Beckenlandschaft entlang des Nordufers der Donau, die sich von Mauthausen bis zum Beginn des Strudengaus erstreckt. Das Machland ist für seinen intensiven Anbau von Gemüse, wie Gurken, Rüben, Kartoffel, Weißkraut und Rotkraut bekannt ist. Das Machland gehört zu den ältesten Siedlungsräumen Österreichs. Die Anwesenheit von Menschen in der Jungsteinzeit auf Hügeln im Norden des Machlandes ist belegt.
Das Machland ist eine ebene, durch Ablagerungen entstandene Beckenlandschaft entlang des Nordufers der Donau, die für den intensiven Anbau von Gemüse bekannt ist. Das Machland gehört zu den ältesten Siedlungsräumen Österreichs mit der Anwesenheit von Menschen in der Jungsteinzeit auf Hügeln im Norden.

Das Keltendorf Mitterkirchen

Knapp südlich des Weilers Lehen im Gemeindegebiet von Mitterkirchen im Machland im ehemaligen Augebiet von Donau und Naarn wurde ein großes Hügelgräberfeld der Hallstattkultur gefunden. Die ältere Eisenzeit von 800 bis 450 vor Chr. nennt man Hallstattzeit oder Hallstattkultur. Diese Bezeichnung rührt von den Funden aus einem Gräberfeld der älteren Eisenzeit in Hallstatt, die den Ort namengebend für diese Epoche werden ließen.

Bauten in einem urzeitlichen Dorf in Mitterkirchen im Machland
Bauten in einem urzeitlichen Dorf in Mitterkirchen im Machland

Im Nahbereich der Grabungsstelle wurde das Urgeschichtliche Freiluftmuseum Mitterkirchen errichtet, das ein Bild des Lebens in einem urzeitlichen Dorf vermittelt. Wohnbauten, Werkstätten sowie ein Grabhügel wurden rekonstruiert. Rund 900 Gefäße mit wertvollen Grabbeigaben lassen auf Bestattungen hochgestellter Persönlichkeiten schließen. 

Mitterkirchner Prunkwagen

Mitterkirchner Prunkwagen im Urgeschichtlichen Freiluftmuseum Mitterkirchen
Der Mitterkirchner Prunkwagen, mit dem eine höhergestellte weibliche Person aus der Hallstattzeit samt reichlichen Grabbeigaben im Machland bestattet wurde

Zu den bedeutendsten Fundstücken zählt der Mitterkirchner Prunkwagen, der 1984 bei Ausgrabungen in einem Wagengrab gefundenen wurde, in dem eine höher gestellte weibliche Person aus der Hallstattzeit samt reichlichen Grabbeigaben bestattet worden war. Eine Nachbildung des Wagens kann im Keltendorf Mitterkirchen in dem originalgetreu nachgebauten, begehbaren Grabhügel besichtigt werden.

Herrenhaus in Mitterkirchen

Der Innenraum des Dorfoberhauptes mit Feuerstelle und Liegestatt
Der Innenraum des rekonstruierten Hauses eines Oberhauptes eines Keltendorfes mit Feuerstelle und Liegestatt

Das Herrenhaus war das Zentrum eines eisenzeitlichen Dorfes. Die Wände eines Herrenhauses wurden aus Weidengeflecht, Lehm und Spelzen errichtet. Durch das Aufbringen von Kalk wurde die Wand weiß. Fensteröffnungen wurden im Winter mit Tierhäuten bespannt, die ein wenig Licht durchließen. Das Firstdach wird von im Hausinneren aufgestellten Holzpfosten getragen.

Holler Au

Das östliche Ende des Machlandes geht in die Mitterhaufe und Hollerau über. Der Donauradweg verläuft mitten durch die Hollerau zum Beginn des Strudengaus.

Holler Au in der Mitterhaufe
Der Donauradweg verläuft durch die Holler Au. Holler, der Schwarze Holunder, tritt entlang von Wegen im Auwald auf.

Holler, der Schwarze Holunder, tritt im Auwald auf, weil er von Natur aus auf frischen, nährstoffreichen und tiefgründigen Böden, wie sie auf alluvialen Standorten gegeben sind, vorkommt. Der Schwarze Holunder ist ein bis zu 11 m hoher Strauch mit krummem Stamm und dichter Krone. Die reifen Früchte des Holunders sind kleine schwarze Beeren, die in Dolden angeordnet sind. Die herb und bitter schmeckenden Beeren des Schwarzen Holunders werden zu Saft und Kompott, die Holunderblüten zu Hollerblütensirup verarbeitet.

Strudengau

Der Eingang in das enge, bewaldete Tal des Strudengaus bei der Donaubrücke Grein
Der Eingang in das enge, bewaldete Tal des Strudengaus bei der Donaubrücke Grein

Nach der Fahrt durch die Hollerau nähert man sich am Donauradweg im Bereich der Donaubrücke Grein dem Eingang des Strudengau, einem engen Durchbruchstal der Donau durch die Böhmische Masse. Wir fahren einmal um die Ecke und schon werden wir des Hauptortes des Strudengaus, der historischen Stadt Grein, ansichtig.

Grein

Schloss Greinburg thront über der Donau und der Stadt Grein
Schloss Greinburg wurde Ende des 15. Jahrhunderts als spätgotischer Bau auf der Kuppe des Hohensteins über der Stadt Grein errichtet.

Schloß Greinburg thront über der Donau und der Stadt Grein auf der Kuppe des Hohensteins. Die Errichtung der Greinburg, eine der frühesten schlossartigen spätgotischen Bauten mit vorspringenden Polygonaltürmen, wurde 1495 auf quadratischem Grundriss viergeschoßig mit mächtigen Walmdächern vollendet.

Schloß Greinburg

Schloß Greinburg verfügt über einen weitem rechteckigen Arkadenhof mit 3-geschoßigen Laubengängen. Die Laubengänge der Renaissance sind als Rundbogenarkaden auf schlanken toskanischen Säulen angelegt. Die Brüstungen enthalten gemalte Scheinbalustraden mit gerauteten Rechteckfeldern als illusionierte Säulensockel. Ebenerdig findet sich ein breiter Arkadenschritt, dem je zwei Obergeschoßarkaden entsprechen.

Die Laubengänge im Arkadenhof von Schloss Greinburg
Im Arkadenhof von Schloss Greinburg Laubengänge der Renaissance als Rundbogenarkaden auf toskanischen Säulen

Schloß Greinburg ist heute im Besitz der Stiftung der Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha’schen Familie und beherbergt das Oberösterreichische Schifffahrtsmuseum. Im Zuge der Donaufestspiele finden jeden Sommer im Arkadenhof von Schloß Greinburg Barockopern Aufführungen statt.

Von Grein durch den Strudengau nach Persenbeug

In Grein übersetzen wir die Donau und fahren am rechten Ufer weiter in östlicher Richtung, beim Hößgang an der Donauinsel Wörth vorbei, durch den Strudengau. Am Fuße der Hausleiten sehen wir auf der gegenüberliegenden Seite, an der Mündung des Dimbaches in die Donau, den historischen Marktort St. Nikola an der Donau.

St Nikola an der Donau im Strudengau, historischer Marktort
St Nikola im Strudengau. Der historische Marktort ist eine Verbindung von ehemaligem Kirchenweiler um die erhöht gelegene Pfarrkirche und der Uferzeilensiedlung an der Donau.

Die Fahrt durch den Strudengau endet beim Kraftwerk Persenbeug. Durch die 460 m lange Staumauer des Kraftwerkes ist die Donau im gesamten Verlauf des Strudengaus bis zu 11 Meter hoch aufgestaut, sodaß die Donau nun eher wie ein See in einem engen bewaldeten Tal erscheint als ein wild-romantischer Fluß mit hoher Fließgeschwindigkeit und gefürchteten Strudeln und Wirbeln.

Kaplan Turbinen im Donaukraftwerk Persenbeug
Kaplan Turbinen im Donaukraftwerk Persenbeug

Das Kraftwerk Persenbeug stammt aus dem Jahre 1959 und war ein Pionier-Projekt des Wiederaufbaus in Österreich nach dem 2. Weltkrieg. Das Kraftwerk Persenbeug war das erste Wasserkraftwerk der Österreichischen Donaukraftwerke und verfügt heute über 7 Kaplan Turbinen, die zusammen in der Lage sind, jährlich etwa 1,4 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Wasserkraft bereitzustellen.

Persenbeug

Der Donauradweg verläuft auf der Straßenbrücke über das Kraftwerk Persenbeug von Ybbs am rechten Ufer nach Persenbeug am linken, nördlichen Ufer, wo die beiden Schleusen liegen.

Die beiden Schleusen des Kraftwerkes Persenbeug am linken nördlichen Ufer der Donau
Die beiden parallel liegenden Schleusen des Kraftwerkes Persenbeug am linken, nördlichen Ufer der Donau unterhalb von Schloß Persenbeug

Persenbeug ist eine Ufersiedlung, die im Westen vom Schloß Persenbeug überragt wird. Persenbeug war eine schwierige Stelle für die Schifffahrt auf der Donau. Persenbeug bedeutet „Böse Beuge“ und leitet sich von den gefährlichen Felsen und Wasserwirbeln der Donau um die Gottsdorfer Scheibe ab.

Gottsdorfer Scheibe

Der Donauradweg im Bereich der Gottsdorfer Scheibe
Der Donauradweg im Bereich der Gottsdorfer Scheibe verläuft von Persenbeug am Scheibenrand um die Scheibe herum nach Gottsdorf

Die Gottsdorfer Scheibe, auch Ybbser Scheibe genannt, ist eine sich nach Südsoten erstreckende Schwemmebene am nördlichen Donauufer zwischen Persenbeug und Gottsdorf, die von der Donauschlinge bei Ybbs u-förmig umschlossen wird. Der Donauradweg verläuft im Bereich der Gottsdorfer Scheibe an deren Rand um die Scheibe herum.

Nibelungengau

Von Gottsdorf geht der Donauradweg entlang der am Fuße des Granit- und Gneisplateaus des Waldviertels von Westen nach Osten fließenden Donau weiter bis Melk.

Der Donauradweg im Nibelungengau bei Marbach an der Donau am Fuße des Maria-Taferl-Berges.
Der Donauradweg im Nibelungengau bei Marbach an der Donau am Fuße des Maria-Taferl-Berges.

Die Gegend von Persenbeug bis Melk spielt im Nibelungenlied eine wichtige Rolle und wird deshalb Nibelungengau genannt. Das Nibelungenlied, ein mittelalterliches Heldenepos, galt im 19. und 20. Jahrhundert als Nationalepos der Deutschen. Nachdem sich in Wien ein starkes Interesse an einer nationalen Nibelungenrezeption entwickelte, wurde zunächst 1901 die Idee propagiert, in Pöchlarn an der Donau ein Nibelungendenkmal zu errichten. In der antisemitisch eingestellten politischen Landschaft von Pöchlarn fiel die Anregung aus Wien auf fruchtbaren Boden und schon 1913 hat der Gemeinderat von Pöchlarn die Benennung des Donauabschnitts zwischen Grein und Melk als „Nibelungengau“ beschlossen.

Die Schöne Aussicht von Maria Taferl
Der Verlauf der Donau von der Donauschlinge bei Ybbs durch den Nibelungengau

Maria Taferl

Der Wallfahrtsort Maria Taferl im Nibelungengau ist ein durch seine Pfarrkirche mit 2 Türmen weithin sichtbarer Ort auf dem Höhenrücken oberhalb von Marbach an der Donau. Die Wallfahrtskirche Schmerzhafte Muttergottes ist auf einer Terrasse über dem Donautal gelegen. Bei der Wallfahrtskirche Maria Taferl handelt es sich um einen nach Norden orientierten, frühbarocken Bau über kreuzförmigem Grundriss mit Doppelturmfassade, der von Jakob Prandtauer 1711 fertiggestellt wurde.

Die Wallfahrtskirche Maria Taferl
Die Wallfahrtskirche Maria Taferl

Melk

Vor Melk ist die Donau wieder aufgestaut. Für die Fische gibt es eine Wanderhilfe in Form eines Umgehungsbaches, die die Passierbarkeit des Kraftwerks für alle Donaufischarten ermöglicht. 40 Fischarten darunter auch seltene Arten wie Zingel, Schrätzer, Schied, Frauennerfling, Weißflossengründling und Koppe sind in diesem Revier nachgewiesen.

Die aufgestaute Donau vor dem Kraftwerk Melk
Fischer bei der aufgestaute Donau vor dem Kraftwerk Melk.

Der Donauradweg verläuft von Marbach bis zum Kraftwerk Melk am Treppelweg. Auf der Kraftwerksbrücke geht der Donauradweg an das rechte Ufer.

Donaukraftwerkbrücke Melk
Am Donauradweg über die Donaukraftwerkbrücke nach Melk

Der Donauradweg verläuft unterhalb des Kraftwerkes Melk auf dem Treppelweg bis zu der nach dem heiligen Koloman Kolomaniau benannten Aulandschaft. Von der Kolomaniau verläuft der Donauradweg auf der Rollfährestraße zur Sankt Leopoldbrücke über die Melk an den Fuß von Stift Melk.

Der Donauradweg nach dem Kraftwerk Melk
Der Donauradweg nach dem Kraftwerk Melk

Stift Melk

Der Heilige Koloman soll ein irischer Königssohn gewesen sein, der auf einer Pilgerreise ins Heilige Land aufgrund seines fremdartigen Aussehens in Stockerau in Niederösterreich für einen böhmischen Spion gehalten wurde. Koloman wurde festgenommen an einem Holunderstrauch erhängt. Nach zahlreichen Wunder an seinem Grab ließ der Babenberger Markgraf Heinrich I. Kolomans Leichnam nach Melk überführen, wo er am 13. Oktober 1014 ein zweites Mal beigesetzt wurde.

Stift Melk
Stift Melk

Der 13. Oktober ist bis heute Kolomans Gedächtnistag, der sogenannte Kolomanitag. An diesem Tag findet seit dem Jahr 1451 auch der Kolomanikirtag in Melk statt. Die Gebeine Kolomans befinden sie sich heute im linken vorderen Seitenaltar der Stiftskirche Melk. Der Unterkiefer Kolomans wurde 1752 in der Kolomanimonstranz in Gestalt eines Holunderstrauches gefasst, die in den ehemaligen Kaiserzimmern, dem heutigen Stiftsmuseum, von Stift Melk zu sehen ist.

Wachau

Von der Nibelungenlände am Fuße des Stiftes Melk geht der Donauradweg auf der Wachauer Straße auf Schönbühel zu. Schloß Schönbühel, auf einem Felsen oberhalb der Donau gelegen, markiert den Taleingang der Wachau.

Schloss Schönbühel am Taleingang in die Wachau
Schloss Schönbühel auf einer Terrasse über steilem Felsen kennzeichnet wahrzeichenhaft den Taleingang in die Wachau

Die Wachau ist ein Durchbruchstal der Donau durch die Böhmische Masse. Das Nordufer wird gebildet vom Granit- und Gneisplateau des Waldviertels und das Südufer vom Dunkelsteiner Wald. Schon um etwa 43.500 Jahre vor heute gabe es eine Besiedelung von ersten modernen Menschen in der Wachau, wie anhand von gefundenen Steingeräten festgestellt werden konnte. Der Donauradweg verläuft sowohl am Südufer als auch am Nordufer durch die Wachau.

Das Mittelalter in der Wachau

Das Mittelalter hat sich mit 3 Burgen in der Wachau verewigt. Die erste der 3 Kuenringer Burgen der Wachau sieht man, wenn man am rechten Ufer am Donauradweg durch die Wachau startet.

Der Donauradweg Passau Wien bei Aggstein
Der Donauradweg Passau Wien verläuft bei Aggstein am Fuße des Burgberges

Auf einer hinter der Schwemmterrasse von Aggstein 300 m hoch aufragenden, nach 3 Seiten steil abfallenden Felszunge thront die Burgruine Aggstein, eine langgestreckte, schmale, ostwestgerichtete, dem Gelände symbiotisch eingefügte Zwillingsburg mit je einem an den Schmalseiten integrierten Felskopf.

Die Kernburg am Stein der Ruine Aggstein vom Bürgl aus gesehen
Die Kernburg mit Kapelle am Stein der Ruine Aggstein vom Bürglfelsen aus gesehen

Nach der Burgruine Aggstein verläuft der Donauradweg wieder am Treppelweg zwischen Donau und Wein- und Marillen ( Aprikosen ) Gärten. Neben dem Wein ist die Wachau auch für seine Marillen, die auch Aprikosen genannt werden, bekannt.

Der Donauradweg entlang der Weinriede Altenweg in Oberarnsdorf in der Wachau
Der Donauradweg entlang der Weinriede Altenweg in Oberarnsdorf in der Wachau

Neben Marmelade und Schnaps ist Marillennektar ein beliebtes Produkt, das aus den Wachauer Marillen ( Aprikosen ) hergestellt wird. Eine Gelegenheit Marillennektar zu verkosten, bietet sich am Donauplatz in Oberarnsdorf bei der Radler-Rast.

Radler Rast am Donauradweg in der Wachau
Radler Rast am Donauradweg in der Wachau

Burgruine Hinterhaus

Von der Radler-Rast hat man eine gute Sicht auf die erste Burg der Wachau der linken Seite. Die Burgruine Hinterhaus ist eine Höhenburg, die dominierend hoch über dem südwestlichen Ende der Marktgemeinde Spitz an der Donau, auf einem nach Südosten und Nordwesten steil zur Donau abfallende Felsriegel, gegenüber dem Tausendeimerberg, gelegen ist. Die langestreckte Burg Hinterhaus war die obere Burg der Herrschaft Spitz, die zum Unterschied vom im Ort befindlichen Unteren Schloß auch Oberhaus genannt wurde.

Burgruine Hinterhaus
Burgruine Hinterhaus von der Radler-Rast in Oberarnsdorf aus gesehen

Rollfähre Spitz-Arnsdorf

Von der Radler-Rast in Oberarnsdorf ist es nicht mehr weit zur Rollfähre nach Spitz an der Donau. Die Fähre verkehrt den ganzen Tag nach Bedarf. Die Überfuhr dauert zwischen 5-7 Min. Das Ticket löst man auf der Fähre, auf der es im lichtlosen Warteraum eine Camera obscura des Isländischen Künstlers Olafur Eliasson gibt.  Das Licht, das durch eine kleine Öffnung in den abgedunkelten Raum fällt, erzeugt ein seitenverkehrtes und auf dem Kopf stehendes Bild der Wachau.

Die Rollfähre von Spitz nach Arnsdorf
Die Rollfähre von Spitz an der Donau nach Arnsdorf verkehrt den ganzen Tag ohne Fahrplan je nach Bedarf

Spitz an der Donau

Von der Rollfähre Spitz Arnsdorf aus hat man einen schönen Blick auf die Weingartenterrassen des östlichen Ausläufers des Burgberges, der auch Tausendeimerberg genannt wird. Am Fuße des Tausendeimerberges imponiert der rechteckige, hohe Westturm mit steilem Walmdach der Pfarrkirche hl. Mauritius. Von 1238 bis 1803 war die Pfarrkirche Spitz dem Kloster Niederaltaich inkorporiert. Das erklärt, warum die Pfarrkirche Spitz dem heiligen Mauritius geweiht ist, denn das Kloster Nieraltaich ist eine Benediktiner Abtei des hl. Mauritius.

Spitz an der Donau mit Tausendeimerberg und Pfarrkirche
Spitz an der Donau mit Tausendeimerberg und Pfarrkirche

St. Michael

Die Pfarrkirche von Spitz war eine Filiale von St. Michael in der Wachau, wohin der Donauradweg als nächstes geht. St. Michael, die Mutterkirche der Wachau, liegt leicht erhöht auf einer teilweise künstlich angelegten Terrasse im Bereich des nach 800 von Karl dem Großen an das Hochstift Passau geschenkten Gebietes. Karl der Große, von 768 bis 814 König des Fränkischen Reichs, ließ an der Stelle einer kleinen keltischen Opferstätte ein Michaelsheiligtum errichten. Im Christentum gilt der heilige Michael als der oberste Heerführer der Streitmacht des Herrn.

Die Wehrkirche St. Michael befindet sich in einer das Donautal dominierende Lage an der Stelle einer kleinen keltischen Opferstätte.
Der quadratische, halb in das Langhaus eingestellte, viergeschoßige Westturm der Filialkirche hl. Michael mit verstäbtem Spitzbogenportal mit Schulterbogeneinsatz und mit Rundbogenzinnenbekrönung und runden, vorkragenden Ecktürmchen.

Thal Wachau

In der Südostecke der Wehranlage von St. Michael befindet sich ein dreigeschossiger, massiver Rundturm, der seit 1958 ein Aussichtsturm ist. Von diesem Aussichtsturm hat man eine schöne Sicht auf die Donau und das sich nach Nordosten erstreckende Tal der Wachau mit den historischen Ortschaften Wösendorf und Joching, das durch das am Fuße des Weitenberges gelegene Weißenkirchen mit seiner weithin sichtbaren, erhöht gelegenen Pfarrrkiche begrenzt wird.

Das Thal Wachau vom Aussichtsturm von St. Michael mit den Orten Wösendorf, Joching und Weißenkirchen ganz im Hintergrund am Fuße des Weitenberges.
Das Thal Wachau vom Aussichtsturm von St. Michael mit den Orten Wösendorf, Joching und Weißenkirchen ganz im Hintergrund am Fuße des Weitenberges.

Prandtauer Hof

Der Donauradweg führt uns jetzt von St. Michael durch die Weingärten und die historischen Ortschaften von Thal Wachau in Richtung Weißenkirchen. Dabei kommen wir in Joching beim Prandtauer Hof vorbei, eine 1696 von Jakob Prandtauer errichtete barocke, zweigeschoßige Vierflügelanlage mit dreiteiligen Portaleinbau mit Rundbogentor in der Mitte. Nachdem das Gebäude ursprünglich 1308 als Lesehof des Augustiner Chorherrenstiftes St. Pölten errichtet wurde, wurde es lange St. Pöltner Hof genannt. Aus 1444 stammt die Kapelle im Obergeschoß des Nordflügels, die außen durch einen Dachreiter gekennzeichnet ist.

Prandtauerhof in Joching in Thal Wachau
Prandtauerhof in Joching in Thal Wachau

Weißenkirchen in der Wachau

Vom Prandtauerplatz in Joching verläuft der Donauradweg auf der Landstraße weiter in Richtung Weißenkirchen in der Wachau. Weißenkirchen in der Wachau ist ein am Grubbach gelegener Markt. Schon Anfang des 9. Jahrhunderts gab es Besitzungen des Hochstiftes Freising in Weißenkirchen und um 830 eine Schenkung an das bayrische Kloster Niederaltaich. Um 955 gab es eine Fluchtburg „Auf der Burg“. Um 1150 wurden die Orte St. Michael, Joching und Wösendorf zur Großgemeinde Wachau, auch Thal Wachau genannt, mit Weißenkirchen als Hauptort zusammengeschlossen. 1805 war Weißenkirchen Ausgangspunkt der Schlacht von Loiben.

Pfarrkirche Weißenkirchen in der Wachau
Pfarrkirche Weißenkirchen in der Wachau

Weißenkirchen ist die größte Weinbaugemeinde der Wachau, deren Bewohner vorwiegend vom Weinbau leben. Die Weißenkirchner Weine können direkt beim Winzer oder in der Vinothek Thal Wachau verkostet werden. Im Raum Weißenkirchen gibt es die besten und bekanntesten Rieslinglagen. Dazu gehören die Rieden Achleiten, Klaus und Steinriegl.

Die Weinriede Achleiten

Die Weinriede Achleiten in Weißenkirchen in der Wachau
Die Weinriede Achleiten in Weißenkirchen in der Wachau

Die Riede Achleiten in Weißenkirchen gehört auf Grund ihrer von Südosten bis Westen ausgerichteten Hanglage direkt über der Donau zu den besten Weißweinlagen in der Wachau. Von dem oberen Ende der Achleiten hat man einen schönen Blick auf die Wachau sowohl in Richtung Weißenkirchen als auch in Richtung Dürnstein und die Aulandschaft von Rossatz auf der rechten Seit der Donau.

Pfarrkirche Weißenkirchen

Ein mächtiger, hochaufragender, quadratischer, durch Gesimse in 5 Geschoße unterteilter und mit Dacherkern im steilen Walmdach versehener Nordwestturm aus dem Jahre 1502 und ein 2. älterer, sechsseitiger Turm aus dem Jahre 1330, der ursprüngliche Turm mit Giebelkranz und steinernem Helm des zweischiffigen Vorgängerbaues der Pfarrkirche Weißenkirchen, der südlich in die Westfront halb eingestellt ist, überragen den Marktplatz von Weißenkirchen in der Wachau.

Ein mächtiger, hochaufragender, quadratischer, durch Gesimse in 5 Geschoße unterteilter und mit Dacherkern im steilen Walmdach versehener Nordwestturm aus dem Jahre 1502 und ein 2. älterer, sechsseitiger Turm aus dem Jahre 1330, der ursprüngliche Turm mit Giebelkranz und steinernem Helmdes zweischiffigen Vorgängerbaues der Pfarrkirche Wießenkirchen, der südlich in die Westfront halb eingestellt ist, überragen den Marktplatz von Weißenkirchen in der Wachau. Die Pfarre Weißenkirchen gehörte ab 987 zur Pfarre St. Michael, der Mutterkirche der Wachau. Nach 1000 gab es eine Kapelle. In der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts erfolgte der erste Kirchenbau, der in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erweitert wurde. Im 18. Jahrhundert wurde das gedrungene Langhaus mit monumentalem, steilen Walmdach barockisiert.
Ein mächtiger, hochaufragender Nordwestturm aus dem Jahre 1502 und ein 2. halb eingestellter, älterer, sechsseitiger Turm aus dem Jahre 1330 überragen den Marktplatz von Weißenkirchen in der Wachau.

Die Pfarre Weißenkirchen gehörte ab 987 zur Pfarre St. Michael, der Mutterkirche der Wachau. Nach 1000 gab es eine Kapelle. In der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts erfolgte der erste Kirchenbau, der in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erweitert wurde. Im 18. Jahrhundert wurde das gedrungene Langhaus mit monumentalem, steilen Walmdach barockisiert. Nach dem Besuch des historischen Zentrums von Weißenkirchen setzen wir unsere Tour auf dem Donauradweg Passau Wien mit der Fähre über die Donau nach St. Lorenz fort. Von der Anlegestelle der Fähre in St. Lorenz verläuft der Donauradweg mitten durch die Weingärten von Rührsdorf mit Blick auf die Ruine Dürnstein. 

Dürnstein

Dürnstein mit dem blauen Turm der Stiftskirche, das Wahrzeichen der Wachau.
Stift und Schloß Dürnstein am Fuße der Burgruine Dürnstein

In Rossatzbach nehmen wir die Radfähre nach Dürnstein. Während der Überfahrt haben wir einen schönen Blick auf das auf einem Felsplateau gelegene Augustiner Chorherrenstift Dürnstein und insbesondere auf die Stiftskirche mit dem blauen Turm, die ein beliebtes Fotomotiv ist. In Dürnstein fahren wir durch die mittelalterliche Altstadt, die von einer noch gut erhaltenen Mauer umgeben ist, die bis zur Burgruine hochreicht. 

Burgruine Dürnstein

Die Burgruine Dürnstein liegt auf einem Felsen 150 m oberhalb der Altstadt von Dürnstein. Es handelt sich um eine Anlage mit Vorburg und Vorwerk im Süden und Hochburg mit Pallas und ehemaliger Kapelle im Norden, die im 12. Jahrhundert von den Kuenringern, einem österreichischen Ministerialengeschlecht der Babenberger, die zu dieser Zeit die Vogteiherrschaft über Dürnstein inne hatten, errichtet wurde. Als Stammvater der Kuenringer gilt Azzo von Gobatsburg, ein frommer und reicher Mann, der im Gefolge eines Sohnes des Markgrafen Leopold I. im 11. Jahrhundert in das heutige Niederösterreich kam. Im Laufe des 12. Jahrhunderts kamen die Kuenringer zu ihrer Herrschaft in der Wachau, die neben der Burg Dürnstein auch die Burgen Hinterhaus und Aggstein umfaßte.
Die auf einem Felsen 150 m oberhalb der Altstadt von Dürnstein gelegene Burg Dürnstein ist im 12. Jahrhundert von den Kuenringern errichtet worden.

Die Burgruine Dürnstein liegt auf einem Felsen 150 m oberhalb der Altstadt von Dürnstein. Es handelt sich um eine Anlage mit Vorburg und Vorwerk im Süden und Hochburg mit Pallas und ehemaliger Kapelle im Norden, die im 12. Jahrhundert von den Kuenringern, einem österreichischen Ministerialengeschlecht der Babenberger, die zu dieser Zeit die Vogteiherrschaft über Dürnstein inne hatten, errichtet wurde. Als Stammvater der Kuenringer gilt Azzo von Gobatsburg, ein frommer und reicher Mann, der im Gefolge eines Sohnes des Markgrafen Leopold I. im 11. Jahrhundert in das heutige Niederösterreich kam. Im Laufe des 12. Jahrhunderts kamen die Kuenringer zu ihrer Herrschaft in der Wachau, die neben der Burg Dürnstein auch die Burgen Hinterhaus und Aggstein umfaßte.

Wachauer Wein verkosten

Am Ende des Siedlungsgebietes von Dürnstein haben wir noch Gelegenheit bei der direkt am Donauradweg Passau Wien gelegenen Domäne Wachau Wachauer Weine zu verkosten kann.

Vinothek der Domäne Wachau
In der Vinothek der Domäne Wachau können Sie das gesamte Angebot der Weine verkosten und zum Ab-Hof-Preis kaufen.

Die Domäne Wachau ist eine Genossenschaft der Wachauer Winzer, die die Trauben ihrer Mitglieder zentral in Dürnstein keltert und seit 2008 unter dem Namen Domäne Wachau vermarktet. Die Starhemberger kauften um 1790 die Weingärten aus dem Nachlass des im Jahr 1788 säkularisierten Augustiner Chorherrenstiftes Dürnstein. Ernst Rüdiger von Starhemberg verkaufte die Domäne 1938 den Weingartenpächtern, die in der Folge die Winzergenossenschaft Wachau gründeten.

Franzosendenkmal

Von der Vinothek der Domäne Wachau verläuft der Donauradweg am Rande des Talkessels von Loiben, wo sich ein Denkmal, dessen Oberteil die Form einer Patrone hat, das an die Schlacht in der Loibner Ebene am 11. November 1805 erinnert, befindet.

Die Schlacht zu Dürnstein war eine Auseinandersetzung im Rahmen des 3. Koalitionskrieges, der zwischen Frankreich und seinen deutschen Verbündeten, und den Alliierten um Großbritannien, Russland, Österreich, Schweden und Neapel ausgetragen wurde. Nach der Schlacht von Ulm marschierte der Großteil der französischen Truppen südlich der Donau in Richtung Wien. Sie wollten die alliierten Truppen vor deren Eintreffen in Wien und vor der Vereinigung mit der 2. und 3. russischen Armee zur Schlacht stellen. Das Korps unter Marschall Mortier sollte die linke Flanke decken, doch die Schlacht in der Loibner Ebene zwischen Dürnstein und Rothenhof wurde für die Alliierten entschieden.

Die Ebene von Loiben, in der 1805 die Österreicher gegen die Franzosen kämpften
Die Ebene von Loiben, in der 1805 die französische Armee gegen die Österreicher und Russen kämpften

Am Donauradweg Passau Wien durchqueren wir die Loibner Ebene auf der alten Wachau Straße am Fuße des Loibenberges bis Rothenhof, wo sich das Tal der Wachau ein letztes Mal verengt, bevor es in das Tullnerfeld, eine von der Donau angeschüttete Schotterfläche, die bis zur Wiener Pforte reicht, übergeht.

Ist der Donauradweg ausgeschildert?

Ist der Donauradweg ausgeschildert?
Der Donauradweg ist sehr gut ausgeschildert

Der Donauradweg Passau Wien ist mit quadratischen, türkisblauen Schildern mit weißem Rand und weißer Beschriftung beschildert. Unter der Überschrift “Donauradweg” befindet sich ein Fahrradsymbol und darunter in einer Ebene ein Richtungspfeil und das blaue Eurovelo Logo mit einer weißen 6 in der Mitte des gelben EU Sternekreises. Die oben abgebildeten Tafeln finden Sie aber erst auf niederösterreichischem Gebiet. Über der Grenze nach Passau in Oberösterreich herrschen Tafeln vor, auf denen oben ein Fahrradsymbol links vom Wappen des Landes Oberösterreich und rechts vom Oberösterreich Logo der Oberösterreich Tourismus GmbH flankiert wird. Darunter findet sich links ein Richtungspfeil und rechts davon in einem viereckigen weiß gerahmten Feld die Inschrift “R1” und rechts davon das Wort “Donauweg”. Darunter steht dann noch eine Ortsangabe, z.B. Linz, und wieviel km es bis dorthin noch sind.

Um die Bedeutung des Donauradweges in Niederösterreich stärker hervorzuheben, erhielt er nun die Bezeichnung „Österreichradroute 1“ mit 355 neu aufgestellten, optimierten Schildern.

Das Schöne am Donauradweg

Flussabwärts den Donauradweg eben so dahin radeln ist wunderschön.

Besonders schön ist es direkt der letzten freien Fließstrecke der Donau in Österreich entlang in der Wachau am Donau Südufer von Aggsbach-Dorf bis Bacharnsdorf, oder durch die Aulandschaft von Schönbühel bis Aggsbach-Dorf, zu radeln.

Aulandschaft in der Wachau. Dort, wo die Donau regelmäßig Flächen überflutet, konnten sich Aulandschaften erhalten. Reste der Aulandschaft sind weniger vom Menschen beeinflusst und näher am Erscheinungsbild der ursprünglichen Natur. Aulandschaft besteht aus Wechsel von Wald, Büschen, Wiesen und Wasserflächen. Aulandschaft gibt es in der Wachau bei Rossatz und zwischen Emmersdorf und Grimsing. Reste von Aulandschaft finden sich auf einem schmalen Streifen zwischen Donauufer und Bundesstraße in Schönbühel-Aggsbach. https://www.raumordnung-noe.at/fileadmin/root_raumordnung/infostand/oertliche_raumordnung/siedlungserweiterung_wachau/wachau.pdf
Auen-Weg in einem Streifen von Aulandschaft zwischen Donauufer und Bundesstraße in Schönbühel-Aggsbach in der Wachau

Aulandschaft erhalten hat sich in der Wachau dort, wo die Donau regelmäßig Flächen überflutet hat. Reste der Aulandschaft sind weniger vom Menschen beeinflusst und daher näher am Erscheinungsbild der ursprünglichen Natur. Aulandschaft besteht aus einem Wechsel von Wald, Büschen, Wiesen und Wasserflächen. Aulandschaft gibt es in der Wachau bei Rossatz, zwischen Emmersdorf und Grimsing sowie auf einem schmalen Streifen zwischen Donauufer und Bundesstraße in Schönbühel-Aggsbach durch den der Donauradweg Passau Wien am Südufer der Donau durch die Wachau von Melk nach Krems verläuft.

Wenn die herbstliche Abendsonne durch die Blätter des den Donauradweg beidseits entlang der Donau säumenden natürlichen Auwaldes im Überschwemmungsgebiet der Donau scheint.

Donauradweg durch die Aulandschaft bei Schönbühel Aggsbach
Der Donauradweg Passau Wien verläuft durch die Aulandschaft bei Schönbühel-Aggsbach in der Wachau zwischen Melk und Krems

Treppelweg

Das Schöne am Donauradweg Passau-Wien ist auch, dass der Radweg entlang der Donau und über weite Strecken sogar direkt am Ufer der Donau am sogenannten Treppelweg verläuft. Der Treppelweg wurde unmittelbar am Flußufer angelegt, damit Schiffe von Pferden flussaufwärts gezogen werden konnten, bevor das von den Dampfschiffen übernommen wurde. Heute wird der Treppelweg entlang der Donau in Österreich über weite Strecken als Radweg genutzt.

Der Donauradweg am Treppelweg in der Wachau
Der Donauradweg am Treppelweg in der Wachau

Ist der Donauradweg geteert?

Der Donauradweg Passau-Wien ist durchgehend gut asphaltiert.

Wann ist die beste Jahreszeit für den Donauradweg?

Die empfohlenen Jahreszeiten für den Donauradweg Passau-Wien sind:

Die beste Zeit für den Donauradweg sind im Frühling Mai und Juni sowie im Herbst September und Oktober. Im Hochsommer, im Juli und August, kann es mitunter etwas zu heiß sein, um untertags radzufahren. Doch wer Kinder hat, die im Sommer Ferien haben, wird in dieser Zeit am Donauradweg unterwegs sein und die etwas kühleren Tageszeiten, wie zum Beispiel in der Früh und am Abend zum Weiterfahren nutzen. Ein Vorteil der sommerlichen Temperaturen ist, dass man in der Donau ein kühles Bad nehmen. Dazu gibt es schöne Plätze in der Wachau in Spitz an der Donau, in Weißenkirchen in der Wachau und in Rossatzbach. Wenn man am Donauradweg mit dem Zelt unterwegs ist, dann erferut man sich auch der sommerlichen Temperaturen. Im Hochsommer empfiehlt es sich jedoch, sich morgens sehr früh auf´s Fahrrad zu setzen und die heiße Zeit untertags im Schatten an der Donau zu verbringen. Direkt in Wassernähe geht immer eine kühle Brise. Abends, wenn es kühler wird, kann man dann noch ein paar Kilometer Strecke machen.

Im April ist das Wetter noch ein bißchen unbeständig. Andererseits kann es sehr schön sein, während der Zeit der Marillenblüte bzw. Aprikosenblüte in der Wachau am Donauradweg unterwegs zu sein. Ende August Anfang September kommt es immer zu einem Wetterumschwung, in dessen Folge dann der Strom an Radler am Donauradweg deutlich abnimmt, obwohl ab der 2. Septemberwoche bis Mitte Oktober ideales Radfahrwetter herrscht. Besonders schön ist es auch während dieser Zeit am Donauradweg in der Wachau unterwegs zu sein, da Ende September die Weinlese beginnt und man den Winzern bei der Traubenernte zuschauen kann. Oft gibt es auch die Gelegenheit, den zu gären beginnenden Wein, der in Niederösterreich “Sturm” genannt wird, beim Vorbeifahren in einem Winzerhof zu kosten.

Weinlese in der Wachau
Weinlese in der Wachau
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